Omikron: Die heimischen Versorger sind gewappnet

Land NÖ, EVN und Co. stellen mit eigenen Krisenplänen die Versorgung mit Strom, Wärme, News und Notfallhilfe sicher.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:46
Lesezeit: 2 Min
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In der Mödlinger Zentralwarte überwachen rund um die Uhr EVN-Mitarbeiter wie Karl Meisinger und Bernd Muik die Wärme-Anlagen und Netze der EVN.
Foto: EVN/Rumpler

Das Land NÖ erwartet durch die Omikron-Virusvariante eine „neue Dynamik“, bei der „viele Menschen aus dem Arbeitsleben herausfallen“ könnten. Landes-Vize Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) appellieren daher an Organisationen und Unternehmen, „Vorsorge zu treffen, die vorhandenen Krisenpläne anzupassen und gegebenenfalls anzuwenden“.

Maßnahmen wie etwa Team-Bildung, vermehrtes Home-Office, Überprüfung der Lager oder auch Rückholung pensionierter Beschäftigter, wie bei den Landeskliniken, dienten als Vorsorge. „Es geht darum, vorsichtig und vorbereitet zu sein. Wir brauchen jetzt Zusammenhalt und Zusammenarbeit aller“, sagen Pernkopf und Königsberger-Ludwig.

EVN: Ampel orange, Notwarte ist besetzt

Beim Energieversorger EVN ist man auf Extremsituationen vorbereitet. „Bei uns sind über 90 Prozent immunisiert, und zwei Drittel haben bereits die Booster-Impfung bekommen“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. Für das Krisenmanagement beurteilt ein Krisenstab jede Woche die Lage. Mit einem eigenen Ampelsystem werden Eskalationsstufen und Maßnahmen gesetzt. Derzeit gelte die zweithöchste Stufe Orange: kritische Infrastruktur (Strom, Wärme, Gas, Wasser und Kraftwerke-Steuerung) wurde vereinzelt, eine zusätzliche Notwarte wurde besetzt, und es sind keine physischen beruflichen Kontakte mehr zulässig.

Bei der Post gilt ein geteilter Dienstbeginn, „damit sich weniger Personen zeitgleich an einem Standort befinden“, sagt Kathrin Schrammel. Für Omikron habe man ein eigenes Präventionskonzept erarbeitet und einen Krisenstab eingerichtet. „Wir beobachten die Entwicklung genau und setzen weitere Maßnahmen, sobald nötig“, so Schrammel.

Um den Sendebetrieb aufrechtzuerhalten und die Öffentlichkeit mit aktuellen Infos zu versorgen, setzt der ORF NÖ seit Pandemiebeginn auf konkrete und strenge Maßnahmen. „Neben Homeoffice, wo möglich, arbeiten wir in Teams. Unsere Betriebsstätten dürfen aktuell nur mit 2G plus Test betreten werden“, sagt der designierte Landesdirektor Robert Ziegler. Auch das Rote Kreuz NÖ habe bereits sehr früh strenge Regelungen eingeführt, „die je nach Lage angezogen oder gelockert werden können“, so Sonja Kellner. Der Rettungsdienst wie auch das Pflegepersonal arbeiteten mit strengsten Hygienemaßnahmen.

Handel ist krisenerprobt

Auch der heimische Lebensmittelhandel ist für den Fall des Falles vorbereitet. Dass man in Krisen versorgen könne, habe man in der Corona-Zeit bewiesen, sagen die Händler zur APA. Sie rufen dazu auf, so ruhig und normal einkaufen zu gehen wie sonst auch.

Der Spar-Konzern hat etwa eine im ersten Lockdown bereits installierte „mobile Eingreiftruppe“ mit rund 140 Personen wieder aktiviert, sagt Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann. Diese Truppe könne in den Lagern, Logistik oder in den Märkten einspringen, wenn mehrere oder viele Mitarbeitende gleichzeitig ausfallen.

Beim Diskonter Hofer habe man die Situation laufend im Blick. Wenn nötig, würde man die Maßnahmen wie Hygienemaßnahmen, Sicherheitsstandards, Sensibilisierung der Kunden daran anpassen.

Auch Rewe mit seinen Geschäften Billa, Penny, Bipa und Adeg bereitet sich in seinen internen Krisenstäben „auf mögliche Szenarien“ mit Omikron vor. Mit den Behörden tausche man sich laufend aus. Es gehe um eine gesicherte Lebensmittelversorgung und die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Kundschaft.

Bei Lidl haben sich die Abläufe der Präventionsmaßnahmen gut eingespielt. Es gebe in den Filialen und Logistikzentren Notfallpläne, um den Betrieb und damit die Versorgung weiterhin sicherzustellen.