15 Jahre Haft und Einweisung für Frauenpeiniger. Höchststrafe für Frauenpeiniger: 15 Jahre Gefängnis und Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. Mai 2018 (19:47)
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Der Angeklagte wird in den Verhandlungssaal gebracht. 
Der Angeklagte wird in den Verhandlungssaal gebracht. 
Hahslinger

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand das Beweisverfahren (Opfer-, Gutachter und Zeugeneinvernahmen) im Prozess gegen Erich L., der eine 25-jährige Waldviertlerin von einem Badesee nahe Gutenbrunn im Bezirk Zwettl in sein Haus nach Gaming verschleppt und über 24 Stunden gequält und missbraucht hat, statt. (NÖN.at berichtete)

In allen Anklagepunkten für schuldig befunden

Der Schöffensenat fällte nach mehr als neunstündiger Verhandlungsdauer ein Urteil: Der Gaminger wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und wegen Vergewaltigung, schwerer Nötigung, Freiheitsentziehung, geschlechtlicher Nötigung und sexueller Belästigung (L. legte noch vor der Entführung der 25-Jährigen vor den Augen einer Spaziergängerin im Kurpark Ottenschlag Hand an sich selbst und befriedigte sich) zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Einweisung in Anstalt für abnorme Rechtsbrecher

Weiters wurde die Einweisung von L., dem eine seelische und geistige Abartigkeit höheren Grades attestiert wurde, in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher angeordnet.

Als Erschwernisgründe sah der Senat das massiv getrübte Vorleben (13 Vorstrafen wegen Sexualdelikten) des Mostviertlers und sein geplantes, rigoroses Vorgehen bei der Verschleppung und perfiden Misshandlung der Krankenschwester.

Verteidiger Peter Schobel (rechts) belagert von den Medienvertretern.
Verteidiger Peter Schobel (rechts) belagert von den Medienvertretern.
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Die Rechtsansicht von Verteidiger Peter Schobel, L. habe nicht nach einem perfiden Tatplan gehandelt, verwarf der Senat mit dem entlarvenden Indiz: „Wozu hatte L. eine präparierte Kiste in seinem Kleinbus.“

Da sowohl Anklägerin als auch Verteidiger keine Erklärung abgaben, ist das Urteil nicht rechtskräftig.