Durchwachsene Honigernte für blaugelbe Imker

Klimaveränderungen und verschobene Erntezyklen machen Niederösterreichs Imker zu schaffen. Mit Gesundheitsprogrammen begegnen die blaugelben Imker dem Bienensterben.

Erstellt am 29. September 2021 | 15:37
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Leo Schalhas, Armin Assinger, Yasmin Zwinz, NÖ Imkerverbandspräsident Josef Niklas, Barbara Flade
Foto: NÖ Imkerverband

Vergangenen Samstag trafen sich Niederösterreichs Imker in St. Pölten zur jährlichen Generalversammlung. Josef Niklas, Präsident des NÖ Imkerverbandes, durfte neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik, den Fachbereichen der Landesregierung und der Landwirtschaftskammer auch den ehemaligen Skirennläufer und Fernsehmoderator Armin Assinger begrüßen. Dieser berichtete in einem Talk über die Möglichkeiten der Motivation und der Stärkung von Geist und Seele vor den vielfältigen Herausforderungen des Lebens.

Klimawandel verschiebt Erntezyklen

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Josef Niklas, Präsident des NÖ Imkerverbands
Foto: NÖ Imkerverband

Josef Niklas, der vor rund einem Jahr die Präsidentschaft von Johann Gruscher übernahm, blickte auf eine durchwachsene Honigernte im abgelaufenen Bienenjahr zurück. Durch das kalte Frühjahr wären kaum Blütenhonigernten möglich gewesen. „Anfang Juni gab es in Niederösterreich kaum eine Ernte“, erklärt Niklas. Nichtsdestotrotz hätte es später „reichlichen Fluss von Nektar und Honigtau“ für eine zufriedenstellende Bilanz gegeben. Die Klimaveränderungen würden sich auch hier durch die Verschiebung der Erntezyklen bemerkbar machen.

„Nicht einmal 50 Prozent des Bedarfs in Österreich kann durch heimischen Honig abgedeckt werden“, meint der Imkerpräsident. Aufgrund der durchwachsenen Ernte konnten die Honigvorräte der Imker nicht gefüllt werden, um den Bedarf auf lange Sicht zu decken.

Gesundheitsprogramm für Bienen

Mit Blick in die Zukunft betont Niklas: „Die Belastung durch die Varroamilbe ist weiterhin eine der größten Herausforderungen.“ Zudem habe man sogenannte „Gesundheitsprogramme für Bienen“ entwickelt.

Das erste Gesundheitsprogramm beschäftigt sich mit Vergiftungsfällen. Hierbei gehen die Imker mit Unterstützung des Landes den Vergiftungsursachen nach. In dieser Saison habe es keinen einzigen Beschwerdefall im Zusammenhang mit der Landwirtschaft gegeben. Niklas führt dies mitunter auf Zeitverschiebungen, Klimaeffekte, bessere Spritzen und das Verbot von Pestiziden mit Neonikotinoiden zurück.

Das zweite Gesundheitsprogramm, das nächste Frühjahr startet, widmet sich Bienenkrankheiten. Mittels Gewölleproben sollen die Völker im Frühjahr auf Krankheitserreger untersucht werden. Niklas will mit kostengünstigen Proben viele Imker zur Teilnahme animieren und unterstreicht: „Das ist auch eine Vorsorgemaßnahme.“

Kaum Sorgen muss sich der Imkerpräsident um den Nachwuchs machen. So stieg die Mitgliederzahl im heimischen Imkerverband in den letzten zehn Jahren von rund 3.200 auf 5.000 Imker.