60 Jahre Wasserrettung in Niederösterreich. Aus dem Bundesheer heraus wurde 1960 die Wasserrettung NÖ gegründet. Heute überwachen Retter Badegewässer, Sport- und Freizeitevents & helfen bei Katastrophen.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 20. Juli 2020 (16:20)

Lange Jahre seit ihrer Gründung im Jahr 1960 hat die Wasserrettung neben bekannteren Rettungsorganisationen ein stilles Dasein gefristet, heute ist sie unverzichtbarer Bestandteil dessen, was Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter als „Sicherheitsfamilie NÖ“ bezeichnet.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die Integration der Wasserrettung in die Alarmierungskette von Notruf 144 im Jahr 2007, sagt Landesleiter Markus Schimböck. Davor war die Wasserrettung meist über die Bezirksalarmzentralen der Feuerwehren mitalarmiert worden.

Heute sind die rund 1.350 Wasserretter und -retterinnen in Niederösterreich an Seen, Badeseen, an der Donau sowie bei allen großen Sportveranstaltungen, Regatten und auch bei Musikfestivals wie dem Frequency im Einsatz.

Vom Tauchbetrieb bis zur Wildwasser-Einheit

Herausgebildet hat sich der Landesverband NÖ der Wasserrettung im Jahr 1960 aus dem „Befehlsbereich 10“ des Österreichischen Bundesheeres. Damals wurden die ersten Einsatzleitungen in Klosterneuburg, Melk und St. Pölten gegründet. Heute ist die Organisation in neun Abschnitte untergliedert.

Ein Arbeitsfeld, das – auch durch die Entstehung aus dem Bundesheer heraus – von Anfang an Bestandteil der Wasserrettung war, ist der Tauchbereich. Erst seit rund 20 Jahren hingegen sind die Wasserretter auf Wildwasser-Einsätze spezialisiert. „Das ist auch durch unsere Teilnahme am Katastrophenschutz entstanden“, erläutert Markus Schimböck. Die ersten Wildwasser-Retter wurden damals in Tirol ausgebildet, wo es naturgemäß schon früh Erfahrung mit der Menschenrettung aus wilden Flüssen gab. Heute sind die Wildwasserspezialisten durch das geänderte Freizeitverhalten essenzieller Bestandteil der Wasserrettung.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert Wasserrettungs-Landesleiter Markus Schimböck zum Jubiläum.
NLK Filzwieser

Was sich ebenfalls seit Beginn stark geändert hat, sind die technischen sowie die medizinischen Anforderungen. „Wir zählen als Ersthelfer“, erklärt Schimböck, „und müssen daher an allen Geräten, von der Sauerstoffflasche bis zur Halskrause, geschult sein.“ Dafür absolvieren die Freiwilligen ein eigenes Zusatzmodul in Wasserrettungs-Technik, zusätzlich zum obligaten Erste-Hilfe-Kurs.

Eine künftige Herausforderungen ist es, genügend Freiwillige zu finden, um den Regelbetrieb aufrecht zu erhalten. Dafür geht man in Schulen, organisiert Schwimmkurse und veranstaltet Jugendlager.

http://www.wasser-rettung.at/