Darknet: „Jeder kann sich schützen!“. Internet-Experte Cornelius Granig warnt in „Darknet“ vor Gefahren im Netz. Und sprach mit Erwin Pröll über Hasspostings.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 16. April 2019 (01:37)
Symbolfoto: Maksim Shmeljov/Shutterstock.com
Buchautor Cornelius Granig erläutert an praktischen Beispielen, wo dieFallstricke im Internet sind.

„Ich würde sofort mit aller Härte zurückschlagen, weil der Täter hört nicht auf. Also muss man Fakten schaffen“, sagt Autor Cornelius Granig auf die Frage, wie er als Opfer von Lügen- und Hasspostings reagieren würde.

Vor wenigen Tagen ist Granigs Buch „Darknet“ erschienen. Darin befasst er sich nicht nur mit diesem – dem Darknet – selbst, sondern auch mit den dunklen Seiten des Internets, wie sie uns mittlerweile täglich begegnen: Betrug, Verleumdung, Hass.

„Aus dem Fake-News-Thema kommt man nur heraus, wenn man es auf eine staatliche Ebene hebt.“ Buchautor Cornelius Granig

Granig hat daher für sein Buch unter anderem zwei Alt-Landeshauptmänner interviewt: Salzburgs Franz Schausberger und Niederösterreichs Erwin Pröll. Beide waren von Verleumdungskampagnen im Netz betroffen. Und haben sehr unterschiedlich darauf reagiert: Während Schausberger mit Anzeigen und Anwälten reagierte, versuchte Pröll, die Anwürfe auszusitzen. Von Freundinnen, unehelichen Kindern und Polizeieinsätzen im Privathaus war da die Rede. „Diese Zeit war hart“, wird Pröll zitiert. Und weiter: „Vor allem, weil man machtlos ist und nichts oder nur sehr wenig dagegen unternehmen kann ... Für mich ist die Anonymität die Wurzel des Übels.“ Aber wie wehrt man sich dagegen?

Die für die Informationsgesellschaft zuständige bulgarische EU-Kommissarin Marija Gabriel möchte etwa eine europäische Plattform gegen Desinformation schaffen, um dem zu begegnen. Über nationale Plattformen sollen gestreuten Fake-News Fakten gegenübergestellt werden.

Manfred Weis
Cornelius Granig, früher Manager bei Siemens und IBM, befasst sich heute mit Cyber-Security.

Granig findet das gut, „aus dem Fake-News-Thema kommt man nur heraus, wenn man es auf eine staatliche Ebene hebt“, sagt er. Er ist ein Verfechter von Klarnamen im Internet. So will es auch die Bundesregierung, Onlinenutzer sollen künftig Daten zu ihrer Identität bei den Betreibern hinterlassen. Das sei zwar ein Weg, „aber wir können das nicht weltweit durchsetzen“, ist der Internetexperte skeptisch.

„Ich kann mich nicht schützen“ – das ist oft ein Argument von Leuten, die Opfer von Betrug oder Fakenews im Internet sind. Das stimme nur eingeschränkt, sagt Granig: „Jeder kann das!“ In seinem Buch führt er dazu zahlreiche Tipps an. Beginnend mit dem Schutz von Passwörtern und ihrem regelmäßigen Austausch. Und dem regelmäßigen Update der Virensoftware. Das, sagt Granig, vergessen auch viele Menschen, die in Smarthomes wohnen. Also Häusern oder Wohnungen, in denen alles elektronisch gesteuert ist, von der Heizung bis zum Garagentor. An diesen Systemen können sich Hacker vergreifen und eine Menge Unheil anrichten, wenn die Schutz-Software veraltet ist.

Aber es geht auch um alltäglichere Dinge, vor denen jeder Computernutzer auf der Hut sein sollte: USB-Sticks etwa. Auf ihnen ist Betreibersoftware installiert, die die Daten jenes Computers abgreift, mit denen er verbunden wird. USB-Sticks sollte man nur verwenden, wenn man sie originalverpackt gekauft hat, empfiehlt Granig.