Lüsterner Patenonkel wandert hinter Gitter. Missbrauch / Vor den Augen seines unmündigen Patenkindes und deren Freundin befriedigte sich Beamter (55) und bat sogar um „Hilfe“.

Erstellt am 29. Juli 2013 (12:00)
Von Jutta Hahslinger

„Wir hatten eine ganz tolle Beziehung. Sie war wie ein Teil von mir, eine Seelenverwandte. Wir waren auf einer Wellenlänge“, schwärmte der 55-jährige Beamte des Bundesheeres aus dem Bezirk Horn vor Gericht. Die Aussage befremdet, rief Verstörung beim Schöffensenat hervor, ging es in dem Verfahren doch um Missbrauch an Kleinkindern.

Der Waldviertler gab seine sexuellen Verfehlungen zu, er wollte die Selbstbefriedigung vor den Kinderaugen (ab dem vierten  Lebensjahr des Patenkindes) aber nicht als sexuelle Handlung gesehen haben.

„Sie sind ein erwachsener Mann, haben selbst Kinder und beteuern, nicht gewusst zu haben, dass Onanie was mit Sex zu tun hat? Glauben Sie wirklich, dass ein nicht einmal sechsjähriges Kind begreift, was Sie da mehrfach getan haben?“, hakte Richterin Andrea Hüttl sichtlich um Fassung ringend nach.

„Ich habe es nicht als Sex gesehen“, beteuerte der Waldviertler beharrlich. Er lenkte aber ein, als der Milderungsgrund des Geständnisses zu schwinden drohte.

Opfer: „Habe den Blick dahin vermieden“

„Er ist oft nackert im Garten herumgelaufen. In der Hollywoodschaukel hat er sich dann befriedigt. Ich habe den Blick dahin vermieden. Einmal bat er mich, ihm zu helfen, und ich habe nein gesagt“, schilderte das heute 17-jährige Opfer bei der kontradiktorischen Vernehmung.

Der bislang unbescholtene Waldviertler wurde wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Vergehen der sittlichen Gefährdung von Personen unter 16 Jahren und versuchten Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu 18 Monaten, davon drei im Gefängnis, verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der 55-Jährige erhob Einspruch.