Rotes Kreuz bildet ersten Therapiebegleithund aus. Der Herder-Labrador-Mischling Boo ist die erste Hündin im Roten Kreuz Niederösterreich, die nun die staatliche Ausbildung zum Therapiebegleithund erfolgreich absolviert hat.

Erstellt am 12. Februar 2018 (11:31)
RK NÖ/Yvonne Jungmichel
Cornelia Motycka, Rotkreuz-Suchhundestaffel Schwechat, Ausbildnerin Eli Stidl, Rotkreuz-Suchhundestaffel Schwechat, Bezirksstellenkommandant Michael Kirschka, Rotes Kreuz Schwechat, Hundeführerin Lisa Sommerfeld, Rotkreuz-Suchhundestaffel Schwechat, Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich, und Landesdirektor Gesundheits- und Soziale Dienste Thomas Wallisch, Rotes Kreuz Niederösterreich mit Boo, dem ersten ausgebildeten Therapiebegleithund des Roten Kreuzes Foto: RK NÖ/Yvonne Jungmichel

Ab sofort stehen Hundeführerin Lisa Sommerfeld und Boo im Einsatz für Besuchsdienste – zum Beispiel bei älteren Menschen, Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen oder auch in Kindergärten. Aber auch bei Kriseninterventions-Einsätzen werden die beiden künftig dabei sein.

„Mit dem Start des Ausbildungsprogrammes für Therapiebegleithunde im Jahr 2017 haben wir eine für das Rote Kreuz ganz neue Möglichkeit sich zu engagieren geschaffen“, erklärt Präsident Josef Schmoll, Rotes Kreuz Niederösterreich.

Der Herder-Labrador-Mischling Boo ist drei Jahre alt und hat neben seiner Ausbildung zum Therapiebegleithund auch die Prüfung als Rotkreuz-Suchhund für die Fläche und Trümmersuche bei internationalen Einsätzen abgeschlossen. Zusätzlich zu Lisa mit Boo ist ab sofort auch ein zweites Team für das Rote Kreuz im Bereich der Therapiebegleithunde im Einsatz: Ursula und Nelson haben bereits im Vorfeld die Ausbildung absolviert und haben sich nun dem neuen Rotkreuz-Team angeschlossen.

Vorkurs für Jungehunde

„Unser Pilotprojekt läuft seit nunmehr einem Jahr, seit Herbst trainieren wir auf dem neu eröffneten Such- und Therapiebegleithundezentrum in Mannswörth,“ erzählt Organisatorin Eli Stidl von der Rotkreuz-Suchhundestaffel Schwechat. „Lisa und Boo sind sozusagen unsere Testpiloten, die nun die Ausbildung erfolgreich geschafft haben. Seit Jänner läuft nun der erste reguläre Kurs und wir freuen uns sehr, dass wir aktuell zehn Teams in Ausbildung haben.“

Der Kurs dauert noch bis Juli und endet mit einer staatlichen Prüfung an der Veterinärmedizinischen Universität. Da das Tier für diese Ausbildung mindestens eineinhalb Jahre alt sein muss, wird mittlerweile auch ein Vorkurs für Junghunde angeboten, deren Besitzer/innen eine Ausbildung in diese Richtung andenken.

Insgesamt umfasst die Ausbildung zum Therapiebegleithund 88 Stunden. Ziel ist es, das Team auf die Einsätze entsprechend vorzubereiten. Künftig können die Hunde dann sowohl bei Besuchsdiensten – zum Beispiel bei älteren Menschen, Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen oder auch in Kindergärten – als auch in Zusammenhang mit Kriseninterventions-Einsätzen eine wertvolle Unterstützung bilden.

Nächster Kurs startet im September

„Gerade auch im Bereich der Demenz kommen heute oftmals Tiere zum Einsatz und sind manchmal die einzige Möglichkeit, zu den Menschen durchzudringen und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern“, sagt die Trainerin.

Geplant wurde das neue Ausbildungsangebot drei Jahren lang. Jetzt können die ersten Rotkreuz-Teams auch angefragt werden. „Wenn Interesse an einer Betreuung durch unsere Teams besteht, können Anfragen jederzeit an die Rotkreuz-Bezirksstelle Schwechat gestellt werden“, meint Stidl. „Wer sich selbst für diese Ausbildung interessiert, der nächste Kurs startet im September 2018, Interessenten können sich gerne unter schwechat@n.roteskreuz.at  melden.“

Geeignet sind grundsätzlich alle Hunderassen, wichtig sind aber Eigenschaften wie freundlich zu Menschen, keine Umwelprobleme, arbeitsfreudig.