Erstellt am 19. Februar 2015, 15:02

Martin Gurdet ist Geschäftsführer der Bergrettung. 65 Jahre nach Gründung des Bundesverbandes des ÖBRD hat sich das Präsidium erstmals dazu entschlossen, einen Geschäftsführer für die Umsetzung der Statuten und zur weiteren Unterstützung des Präsidiums, der Landesleiter und somit aller Bergretter anzustellen. Seit Mitte Februar hat der Niederösterreicher Martin Gurdet dieses Amt inne.

Martin Gurdet  |  NOEN, Bergrettung Noe/W
Der Niederösterreicher, der seit 1998 Bergretter in der Ortsstelle Grünbach am Schneeberg ist, bringt einiges an Erfahrung mit. Er war bereits als Einsatzleiter sowie als Ausbildungsleiter tätig und steht neben seinem neuen Beruf weiter für Niederösterreich/Wien als Landeseinsatzleiter zur Verfügung.

Der hohen Verantwortung bewusst

"Ich stelle mich dieser Aufgabe mit größtem Respekt vor der Leistung jedes einzelnen Bergretters, die seit der Gründung der ersten Ortsstellen des Bergrettungsdienstes vor über 100 Jahren erbracht worden ist und im Bewusstsein der damit verbundenen Verantwortung. Dass mir das Vertrauen entgegengebracht wird, diese Stelle auszufüllen, freut mich außerordentlich" sagt der 39-Jährige.

Im Zentrum der Tätigkeit der Bergrettung steht "allen, ohne Ansehen der Art oder des Verschuldens der Notlage, abseits desöffentlichen Straßennetzes im unwegsamen, insbesondere alpinen Gelände Verunglückten, Vermissten, Erkrankten oder sonst in Not Geratenen zu helfen, sie zu suchen, zu versorgen, zu bergen und abzutransportieren".

Gurdet streicht besonders die Vielzahl der Bergretter im Ehrenamt und die privaten Förderer und Unterstützer aus Politik und Wirtschaft heraus, ohne die die Umsetzung unserer Ziele in der aktuellen hohen Qualität nicht möglich wäre.

Entlastung für Bundes- und Landesverbände

Der Bundesverband der Bergrettung hat aufgrund der steigenden Ansprüche an die ehrenamtlichen Mitarbeiter beschlossen, einen Bundesgeschäftsführer anzustellen. Dieser soll Bundes- und Landesverbände, deren Leiter ihre Funktionen freiwillig und unentgeltlich ausüben, entlasten.

"Martin Gurdet ist aktiver Bergretter, Landeseinsatzleiter und auch auf Grund seines beruflichen Werdeganges als Projektleiter und Projektmitarbeiter großer und internationaler Projekte für diese Aufgabe bestens vorbereitet. Ich möchte Martin im Team des Bundesverbandes des ÖBRD herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns auf den nun folgenden gemeinsamen Weg", sagt ÖBRD-Präsident Franz Lindenberg.

"Das Gemeinsame vor das Trennende"

Gurdet beginnt mit der Grundsatzhaltung "das Gemeinsame vor das Trennende" zu stellen, seine Arbeit. Ihm ist das sich ständig verändernde Umfeld bewusst und sieht genau darin eine spannende Aufgabe: "Erwartungshaltungen und Einstellungen wandeln sich, die Intervalle von Technologiesprüngen werden zunehmend kürzer.

Alleine ein privater Vergleich auf den Ausrüstung- und Ausbildungsstand der Bergrettung bei meinem Eintritt mit heutigen Standards lassen deutlich erkennen, wie rasch sich Dinge ändern. Mit dem Wissen, dass dieser Veränderungsprozess auch im Jahr 2015 nicht stoppt, steht uns eine äußerst spannende Zukunft bevor".

Der Ehemann und Vater zweier Kinder ist in seiner Freizeit kletternd, mountainbikend oder Schi fahrend in den Bergen anzutreffen. Abseits vom Bergsport hält er sich mit Laufen und Tennis in und um seinen Wohnort südlich von Wien fit. Vor seinem Job bei der Bergrettung war er im größten österreichischen Baukonzern mit internationalen Projekten in der ganzen Welt betraut