Mehr als 100 Unwettereinsätze. Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturm haben am Sonntagabend in Niederösterreich zu 105 Unwettereinsätzen geführt.

Erstellt am 05. August 2013 (07:39)
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74 Feuerwehren mit etwa 700 Mann rückten aus. Am stärksten betroffen waren laut Alexander Nittner, Sprecher des Landeskommandos, der Bezirk und die Stadt Waidhofen a.d. Thaya.

Gefordert waren die Feuerwehren ab etwa 18.00 Uhr. Sturmschäden mussten ebenso beseitigt wie Auspumparbeiten nach Starkregen durchgeführt werden, so Nittner. Einsätze gab es neben Waidhofen a.d. Thaya und dem Nachbarbezirk Zwettl im Laufe des Abend auch in den Bezirken Melk und Tulln.


Das Unwetter vom Sonntag habe jenes vom 29. Juli in den Schatten gestellt, berichtete das Bezirkskommando Waidhofen a.d. Thaya. Zwei Gewitterzellen seien zusammengetroffen und hätten für Verwüstungen gesorgt. Verkehrswege und Infrastruktureinrichtungen seien lahmgelegt und auch zahlreiche Privatliegenschaften in Mitleidenschaft gezogen worden. 26 Feuerwehren des Bezirkes standen mit 270 Mann im Unwettereinsatz

Gab es im Gebiet um Vitis noch leichtere Sturmschäden durch umgerissene Bäume, traf eine zweite Gewitterzelle im Großraum Waidhofen a.d. Thaya mit der ersten zusammen. In der Bezirksstadt mussten unzählige Bäume von den Straßen entfernt werden. Wegen des Schadensausmaßes wurden vier weitere Feuerwehren zur Unterstützung der FF Waidhofen angefordert. Keller standen unter Wasser, Fahrzeuge mussten aus überschwemmten Straßen gezogen werden. Wassereintritte gab es auch in der in Sanierung befindlichen Volksschule und in einem Tischlereibetrieb.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt war der Raum Thaya, wo Dächer abgedeckt, Fenster durch Hagelschlag zerstört und Bäume umgerissen wurden. In Großgerharts zerstörte der Sturm eine Scheune. Auch im Raum Dobersberg mussten einige Feuerwehren ausrücken. Bei der Talstation am Skilift in der Gemeinde fiel ein Baum in eine Hochspannungsleitung und begann zu brennen. Die 20kV-Leitung wurde von der EVN abgeschaltet, der Brand von der Feuerwehr gelöscht. Teile von Dobersberg und Riegers waren etwa eine halbe Stunden ohne Strom. Das Bezirkskommando ging am späten Abend davon aus, dass die Unwettereinsätze noch bis in die Morgenstunden am Montag dauern werden.

Im Süden des Bundeslandes gab es ebenfalls Hagel. Laut Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen wurde vor allem der Abschnitt Gloggnitz getroffen. Neun Feuerwehren mit 150 Mann standen im Einsatz. Sie mussten Keller auspumpen, kleinere Murenabgänge beseitigen, Fahrbahnen reinigen und Sturmschäden sowie Verklausungen beseitigen.

Millionen-Schäden in Landwirtschaft durch Hagel 

Die Hagelunwetter am Sonntagabend im Waldviertel haben nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung zwei Mio. Euro an Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Einer Aussendung zufolge waren 7.500 Hektar Agrarflächen in den Bezirken Waidhofen a.d. Thaya, Zwettl und Gmünd betroffen.