Verkehrsbelastung: Verkehrsclub fordert Öffi-Ausbau. 2018 waren je über eine Million mehr Fahrzeuge auf Niederösterreichis Hauptverkehrswegen. Die Verkehrslawinen könnten nur mit einem verstärkten Ausbau des Bahn- und Busangebots gebremst werden, betont der Verkehrsclub Österreich.

Von Theresa Bittermann. Erstellt am 12. April 2019 (11:15)
Thomas Lenger

Eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Asfinag hat gezeigt, dass sie Südautobahn A2 die am stärksten befahrene Straße Niederösterreichs im Jahr 2018 war. Am höchsten war die Verkehrsbelastung auf dem Abschnitt rund um Biedermannsdorf (Bezirk Mödling). 

Gerald Burgraf

166.000 Fahrzeuge pro Tag in Biedermannsdorf

Etwa 60,5 Millionen Kraftfahrzeuge wurden im vorigen Jahr auf diesem Streckenabschnitt gezählt. Im Vergleich zu 2017 ist das eine Steigerung um etwa eine Million Fahrzeuge. Pro Tag sind das im Durchschnitt etwa 166.000 Fahrzeuge. Der Anteil von Lastkraftwagen lag auf diesem Abschnitt bei etwa acht Prozent. 

Auf der Ostautobahn A4 bei Mannswörth (Bezirk Bruck an der Leitha) wurden erstmals über 100.000 Fahrzeuge im Tagesdurchschnitt gezählt. Im ganzen Jahr ergibt das etwa 37 Millionen Fahrzeuge. Auch diese Zahl hat im Vorjahresvergleich um etwa eine Million zugenommen. 

VCÖ fordert Bundesregierung zum Handeln auf 

Auf Basis dieser Ergebnisse fordert der Verkehrsclub zusätzliche Investitionen der Bundesregierung in den Ausbau von Bahnverbindungen. Da Arbeitszeiten zunehmend flexibler würden, sei eine zusätzliches Angebot außerhalb klassischer Pendlerzeiten ein wichtiger Schritt, hieß es in der VCÖ-Aussendung. 

Sogenannte Fahrrad-Highways in Ballungszentren sind eine weitere Forderung. Breite und möglichst kreuzungsfreie Radverbindungen sollen mehr Leute vom Auto aufs Rad locken. Laut einer Erhebung des Verkehrsministeriums seien 59 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher bereit, häufiger mit dem Fahrrad zu fahren. 

"Der Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen führt zu mehr Auto- und LKW-Verkehr. Die Staubbelastung im Straßennetz nimmt zu. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es das genaue Gegenteil, nämlich eine Reduktion des Verkehrs", betont der VCÖ-Experte Markus Gansterer.