Moderne Technik im Kampf gegen Krebs

Erstellt am 21. Oktober 2022 | 04:54
Lesezeit: 3 Min
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Die Strahlentherapie wird ausgebaut: Mit drei neuen Linearbeschleunigern sollen künftig 4.800 weitere Patienten pro Jahr behandelt werden können.
Foto: Shutterstock/Mark Kostich
Die Onkologie entwickelt sich weiter: NÖ-Kliniken bekommen drei weitere Geräte für Strahlentherapie. Die Spitäler Krems, Horn und Baden-Mödling werden neu als onkologische Zentren zertifiziert.
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Jeden Tag erfahren statistisch gesehen 25 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, dass sie an Krebs erkrankt sind. Am häufigsten sind Brust-, Darm-, Lungen- und Prostatakrebs. Die Heilungschancen sind bei einzelnen Arten mittlerweile aber hoch. „Kein anderer medizinischer Bereich entwickelt sich so schnell weiter“, sagt Primar Martin Wiesholzer vom Uniklinikum St. Pölten.

Behandelt werden kann Krebs auf unterschiedliche Arten, etwa durch Tumoroperation, Chemo-, Antikörper- oder Strahlentherapie. Die Ärzte sind heutzutage auf kleine Einzelbereiche der onkologischen Behandlungen spezialisiert. „Der allgemeine Krebsarzt ist ausgestorben“, sagt Primaria Birgit Grünberger vom Klinikum Wiener Neustadt.

Strahlentherapie: Kapazität für 4.800 zusätzliche Patienten

In den nächsten Jahren soll Niederösterreich neue Geräte und zusätzliche onkologische Zentren erhalten, um Krebs-Patienten noch besser behandeln zu können, kündigte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) an. In die Strahlentherapie werden 31 Millionen Euro investiert. Zurzeit gibt es in Niederösterreich sechs Linearbeschleuniger. Tumore werden dort mittels energiereicher Elektronen- und Photonenstrahlung behandelt.

In den vergangenen Jahren hatt es – auch vom Rechnungshof – immer wieder Kritik wegen fehlender Strahlentherapie-Kapazitäten in der Ostregion gegeben hatte. Künftig sollen in Niederösterreich drei weitere Linearbeschleuniger im Einsatz sein. Damit können 4.800 zusätzliche Patienten pro Jahr behandelt werden.

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Die Experten der Krebstherapie in Niederösterreich sprachen mit dem für Kliniken zuständigen Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) über die neuen Behandlungsmöglichkeiten: Petra Georg, Martin Wiesholzer, Birgit Grünberger und Josef Singer.
Foto: LGA/Herbst

Laut Pernkopf ist das eine Steigerung von 50 Prozent. Die Technologie hat sich auch bei diesen Geräten weiterentwickelt: „Wir erzielen damit heute bessere Erfolge als noch vor einigen Jahren“, erklärte Petra Georg, die mit Dezember die Leitung der Radioonkologie im Universitätsklinikum Krems übernimmt.

Neue onkologische Zentren in Krems, Horn und Baden-Mödling

Wachsen soll außerdem die Zahl der onkologischen Zentren. Dabei handelt es sich um Spitalsstandorte, die auf eine bestimmte Krebsart spezialisiert sind, eine bestimmte Anzahl an Patienten behandeln und etwa auch ein psychosoziales Angebot bereit stellen. Dort ist auch das Pflegepersonal auf die Krebsart spezialisiert. Im ganzen Land gibt es momentan sechs: in Wiener Neustadt (2), St. Pölten, Horn, Mistelbach und Krems. Vier von ihnen sind auf Brustkrebs spezialisiert.

Weil das eine so häufige Krebsart ist, soll es davon in jeder Region eines geben, heißt es von der Landesgesundheitsagentur. In Wiener Neustadt hat man sich zudem auf Darm- und in Krems auf Lungenkrebs spezialisiert. Bis 2024 sollen drei weitere Standorte zertifiziert werden: Krems als uroonkologisches Zentrum, Horn für Darmkrebs-Patienten und Baden-Mödling wiederum als Brustgesundheitszentrum.