Verbotenes Tuning am E-Bike.... 25 Stundenkilometer sind vielen Radlern zu wenig. Das Auffrisieren ist jedoch illegal und gefährlich.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. Mai 2018 (02:02)
Viele unterschätzen die Schubkraft von Elektrobikes und stürzen. Wer sein Elektrofahrrad noch „auffrisiert“, setzt sich einem noch größeren Risiko aus und ist außerdem illegal unterwegs.
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Elektrofahrräder boomen. Sie ermöglichen bequeme, umweltfreundliche Mobilität, auch wenn man nicht mehr so sportlich ist. Schaltet sich der Elektromotor dazu, ist man bei einer Leistung von 600 Watt mit maximal 25 Stundenkilometern unterwegs. Das ist manchen zu wenig. Daher „frisieren“ sie ihr Elektrofahrrad auf. Zumeist über das Internet werden „Tuning-Kits“ angeschafft, die die 25-Stundenkilometer Drosselung außer Kraft setzen. Doch das ist illegal.

Das Innenministerium hat sich aufgrund der größer werdenden Problematik diesem Thema gewidmet. „Ein E-Bike, das durch unerlaubte Umbauten eine höhere Geschwindigkeit als 25 Stundenkilometer erreicht, gilt nach der Straßenverkehrsordnung nicht mehr als Fahrrad, sondern als nicht zum Verkehr zugelassenes Moped bzw. Motorrad“, erläutert Ferdinand Zuser, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion. Das hat Folgen. „Dann braucht es natürlich ein Kennzeichen und eine Versicherung wie jedes andere Kraftfahrzeug“, so Zuser. Die Lenker müssen einen Mopedausweis oder gültigen Führerschein haben und einen Helm tragen.

Wer das missachtet, riskiert eine Anzeige. Eine weitere unliebsame Nebenwirkung des Speed-Tunings: Wer auf diese Weise einen Unfall verursacht, hat im Falle von etwaigen Haftungsansprüchen Probleme“, weiß Zuser. Bei Speed-Tuning kann überdies die Gewährleistung des Herstellers (z. B. bei einem Motorschaden) erlöschen.

Schub des Motors überfordert viele

Viele sind prinzipiell mit der Reaktion von Elektrofahrrädern überfordert. „Gerade beim Losfahren, wenn der Schub des Motors kommt, stürzen viele. Auch beim Bremsen. Gerade ältere, die gerne auf Elektrofahrräder zurückgreifen, sind hier überfordert und die meisten tragen außerdem keinen Helm. Verletzungen bleiben da nicht aus“, stellt Christian Schöberl von der Polizei Türnitz fest. Er hat aufgrund seiner Wahrnehmungen E-Fahrrad-Schulungstage für Senioren angeboten.

Getunte E-Bikes erreichen bis zu Tempo 50. „Die Bremsen dieser Elektrofahrräder und auch viele Radwege sind gar nicht dafür ausgelegt“, warnt Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Sein Tipp: Wer schnell und rechtmäßig unterwegs sein möchte, sollte sich ein Speed-Pedal-Electric-Cycle (S-Pedelec) anschaffen. Dieses gilt als Leichtkraftfahrrad wie Mopeds oder Mofas. Das Fahren auf Radwegen ist aber damit verboten.

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