Waggons der Mariazellerbahn bei Völlerndorf entgleist!. Schweres Zugunglück bei Völlerndorf in Gerersdorf (Bezirk St. Pölten-Land): Eine "Himmelstreppe"-Doppelgarnitur der Mariazellerbahn ist Dienstagfrüh entgleist.

Von Redaktion, APA und Nadja Straubinger. Update am 26. Juni 2018 (10:43)

In dem Zug befanden sich rund 80 Fahrgäste, darunter viele Kinder. Laut NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger waren zwei Triebwerkwaggons kurz nach 7.00 Uhr knapp nach der Pielachbrücke bei Völlerndorf nahe St. Pölten entgleist und umgekippt, ein weiterer befand sich noch auf den Gleisen. Die hintere Garnitur war aufgefahren, hieß es von der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG).

APA

Drei Schwerverletzte

Drei Erwachsene wurden schwer verletzt, 27 Fahrgäste erlitten leichte Blessuren, berichtete Sonja Kellner vom Roten Kreuz NÖ. Der Zug war auf dem Weg in die niederösterreichische Landeshauptstadt, teilte die Polizei mit. Die Unfallursache war vorerst unbekannt. Die Oberleitung wurde heruntergerissen, deshalb musste zuerst der Strom abgeschaltet werden. 

Die Einsatzkräfte waren mit der Versorgung der Betroffenen, Ermittlungen und Bergearbeiten beschäftigt. Ein Großaufgebot an Helfern wurde alarmiert: Drei ÖAMTC-Hubschrauber - "Christophorus 2" aus Krems-Gneixendorf, "Christophorus 15" aus Ybbsitz und "Christophorus 9" aus Wien - brachten die Schwerverletzten in die Spitäler Amstetten und St. Pölten sowie ins UKH Wien-Meidling. 

Die 27 Leichtverletzten wurden großteils nach St. Pölten und einige nach Melk gebracht. Die Betroffenen seien - so Kellner - mittlerweile alle abtransportiert bzw. abgeholt worden: "Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort hat hervorragend funktioniert." Die rund 80 Passagiere hätten sich an die Anweisung gehalten, bis zur Erdung in bzw. auf dem Zug zu bleiben (der Strom musste wegen der heruntergerissenen Oberleitung abgeschaltet werden). Zum Teil saßen die Fahrgäste nach dem Unfall auf den Waggons.

Mit der Versorgung der Betroffenen waren 70 Sanitäter und sechs Notärzte beschäftigt. Weiters standen die Feuerwehr mit 40 Mitgliedern und die Polizei im Einsatz. Auch das Kriseninterventionsteam wurde angefordert.

Streckenabschnitt nach Unfall gesperrt

Der Streckenabschnitt zwischen St. Pölten und Hofstetten musste gesperrt werden. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.