Mehrere Tiere bei Bruck und Gänserndorf vergiftet. WWF und Landesjagdverband haben am Donnerstag von Giftanschlägen in Niederösterreich berichtet - betroffen sind die Bezirke Bruck an der Leitha und Gänserndorf.

Erstellt am 11. Juli 2013 (11:12)
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In den vergangenen Wochen fielen mehrere geschützte Greifvögel illegalen Giftlegern zum Opfer.

In Höflein im Bezirk Bruck an der Leitha wurden eine tote Rohrweihe und ein toter Mäusebussard neben zwei präparierten Stockenten gefunden, die das gefährliche und längst verbotene Nervengift Carbofuran enthielten.

Nur wenige Kilometer davon entfernt, im Nachbarrevier Scharndorf, wurden drei tote Rohrweihen und ein toter Mäusebussard entdeckt.

In Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf wurde zuletzt sogar ein seltener und streng geschützter Kaiseradler mit Carbofuran vergiftet.

Mit Schrot erlegt: Täter aus Jägerschaft?

Es gebe starke Hinweise dafür, dass die Täter aus der Jägerschaft stammen. Beide Stockenten, die mit Gift präpariert wurden und als Köder dienten, waren zuvor mit Schrot erlegt worden. Daher forderte WWF-Experte Christian Pichler die Bezirks- und Landesjagdbehörden auf, endlich wirksame Durchgriffsmöglichkeiten gegen Giftleger zu schaffen. Das Besitz- und Anwendungsverbot von Carbofuran müsse lückenlos befolgt und Vergehen mit empfindlichen Strafen belegt werden.

Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände zeigte sich in der Aussendung höchst alarmiert. „Um gemeinsam neue Lösungen für die Problematik der zunehmenden illegalen Verfolgung geschützter Wildtiere zu finden, lade ich NGOs und Behörden zu einem runden Tisch ein“, kündigte er an.

Laut WWF sind in den vergangenen zehn Jahren 15 Seeadler vergiftet oder abgeschossen worden. Verwiesen wurde darauf, dass das Pestizid Carbofuran seit 2008 EU-weit verboten ist. Das Nervengift sei auch für Menschen tödlich.