Meiste Todesfälle in Wiener Neustadt. 1.500 Menschen starben bisher in Niederösterreich an oder mit Covid-19. Zwischen den Bezirken gibt es große Unterschiede.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. April 2021 (05:33)
Viele ältere Menschen haben die Pandemie bisher nicht überlebt. 1.440 Niederösterreicher verstarben an oder mit Covid.
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Um 1.440 Menschen trauerte Niederösterreich seit Ausbruch der Pandemie. So viele sind hierzulande an oder mit Covid-19 verstorben. Die meisten Todesfälle gab es, laut den Zahlen der AGES, in der zweiten Welle. Trauriger Höchststand waren 21 Verstorbene am 2. Dezember.

Innerhalb NÖs zeigen sich bei den Todeszahlen deutliche Unterschiede. So hat (hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) etwa die Stadt Wiener Neustadt die meisten Menschen verloren, gefolgt von Lilienfeld. Nicht einmal ein Viertel davon verstarb in Mistelbach oder Korneuburg. Dort gab es, gefolgt von Waidhofen/Thaya, die wenigsten Todesfälle. Betrachtet man ganz Österreich, kam Niederösterreich besser durch die Krise. Im Schnitt starben bundesweit 105 von 100.000 Einwohnern. In NÖ waren es 85, in der Steiermark 153.

Eine pauschale Antwort, warum es so große regionale Unterschiede gibt, ist laut dem Sanitätsstab nicht möglich. Es zeigt sich jedoch, dass es in den Bezirken, in denen es viele Tote gibt, auch große Cluster gegeben hat. Vier Pflegeheim-Cluster waren es etwa in Wiener Neustadt, einen gab es im Bezirk Lilienfeld.

Großteil der Verstorbenen waren ältere Menschen

Laut Statistik Austria waren 97 Prozent der 2020 an Covid Verstorbenen über 60. In NÖ waren die meisten sogar über 80 Jahre alt. „Dass ältere Menschen besonders gefährdet sind, ergibt sich allein schon aus der geschwächten Abwehrlage dieser Personen und der nicht selten vorhandenen Vorerkrankungen bei Personen über 70“, erklärt man im Sanitätsstab.

In der dritten Welle ist eine Verschiebung des Alters bei den Verstorbenen „marginal erkennbar“. „Auffällig ist hingegen, dass vermehrt jüngere Personen krankenhauspflichtig wurden“, heißt es aus dem Sanitätsstab. Das erklärt man einerseits damit, dass die Älteren mit der Impfung bereits weitgehend geschützt sind, andererseits, weil die Variante vermehrt an Junge übertragen wird.

Dass es durchaus aber auch junge Menschen treffen kann, zeigt das Schicksal der jüngsten verstorbenen Person in NÖ: Sie wurde 1983 geboren – hatte jedoch Vorerkrankungen.