Mit Ausbeutung Geld gemacht. Aufgedeckt / 280 Delikte von Zuhälterei bis zu Einbrüchen werden krimineller Bande zur Last gelegt.

Erstellt am 16. September 2012 (17:50)
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Diese Schusswaffe als Gehstock getarnt wurde sichergestellt. zVg
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Von Gila Wohlmann

Die Liste der Straftaten ist lang, die Zahl der Delikte groß: 280 Vergehen mit einer Schadenshöhe von mehr als 100.000 Euro können einer kriminellen Organisation nachgewiesen werden.

Erfolg für die Beamten des Bereichs „Menschenhandel“ des Landeskriminalamts. Ihre monatelangen aufwändigen, teilweise genzübergreifenden Ermittlungen haben sich bezahlt gemacht. 14 Personen, darunter vier (31, 16, 46 und 40 Jahre) in der Slowakei, wurden festgenommen, neun weitere Verdächtige ausgeforscht. Bei einer weiteren Person konnte die Identität noch nicht geklärt werden. Die Beschuldigten (österreichische, slowakische, ungarische und türkische Staatsbürger) wurden vorerst auf freiem Fuß angezeigt. Den Verdächtigen wird die Rekrutierung von Prostituierten von der Slowakei und Ungarn und Vermittlung an österreichische Bordellbetreiber vorgeworfen. Parallel dazu dürfte die Gruppe unter einem 35-jährigen Österreicher in Wiener Neustadt und in Wien gewerbsmäßige Ladendiebstähle in Bekleidungs- und Lebensmittelmärkten sowie Einbruchsdiebstähle begangen haben. Weiters sind sie verdächtig, Arbeitskräfte ausgebeutet zu haben, indem sie slowakische und ungarische Personen gezielt vor Einkaufsmärkten in den Bezirken Wien-Umgebung und Tulln zur Bettelei angestiftet und ihnen den erbettelten Bargeldbetrag abnahmen.

Im Zuge von fünf Hausdurchsuchungen in Wiener Neustadt/Stadt, Wien und im Burgenland konnten Diebsgut, Softguns, Schutzwesten, elektronische Geräte und unzählige andere Utensilien, darunter ein Gehstock, der eine Schusswaffe ist, sichergestellt werden.