Mit der Kalaschnikow auf Einbruchstour. Tschechische Kriminalisten fassten 38-jährigen Slowaken, der sich an Bankomaten quer durchs Land versucht hatte – erfolglos.

Von Alex Erber. Erstellt am 16. Juni 2014 (10:16)
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Stets maskiert: Der gefasste Petr T. (38) bei seiner erfolglosen Arbeit an einem Bankomaten.Polizei

13 versuchte Bankomat-Einbruchsdiebstähle, davon neun in NÖ, Einbrüche in Feuerwehrhäuser in Tschechien, Gesamtschadenssumme 350.000 Euro: Mit dem 38-jährigen Petr T. ist tschechischen Polizisten ein ganz dicker Fisch ins Netz gegangen. Dem Profi-Gangster drohen nun zehn Jahre Haft.

Von Anfang April bis Mitte Mai war der Verdächtige neun Mal in NÖ aktiv: Im Grenzgebiet (Neudorf bei Staatz, Wulzeshofen, Großkrut, Prinzersdorf an der Zaya, Göpfritz an der Wild), aber auch weiter südlich, in Bockfließ, Böheimkirchen, Rohrbach an der Gölsen und sogar in Teesdorf im Bezirk Baden betätigte er sich. Bemerkenswert: Kein einziges Mal gelang es ihm, einen Bankomaten wirklich zu knacken. Der mutmaßliche Täter richtete zwar hohen Sachschaden an, erbeutete aber kein Bargeld.

Ende Mai wäre er im Zuge einer Routinekontrolle auf der Bundesstraße 7 bei Mistelbach beinahe geschnappt worden. Petr T. verlangsamte das Tempo, lenkte dann aber aus und gab Vollgas. Mit rasender Geschwindigkeit flüchtete er Richtung Tschechien. Dabei warf er so genannte „Teufelskrallen“ aus dem Auto, wodurch zwei Polizeifahrzeuge erheblich beschädigt wurden.

Waffen stets geladen und entsichert 

Vielleicht war es auch Glück, dass die Polizisten mit dem Mann nicht unmittelbar konfrontiert worden sind. Er führte ein Maschinengewehr, Typ Kalaschnikow, sowie eine Pistole mit sich. Geladen und entsichert: „Es besteht kein Zweifel, dass er im Fall des Falles geschossen hätte“, erklärt Oberst Leos Trzil, Direktor der Polizeikreisdirektion Mähren.

Die enge Zusammenarbeit der Beamten des Landeskriminalamtes NÖ (Ermittlungsbereich Diebstahl) und ihrer tschechischen Kollegen zeitigte jedoch vor wenigen Tagen vollen Erfolg. Petr T. konnte als Täter ausgeforscht werden. Er ist Slowake, der in Tschechien nahe der Stadt Brünn wohnt. Im Zuge der Festnahme wurde auch das Fluchtfahrzeug, das von dem Verdächtigen angezündet worden war, entdeckt. In einem weiteren Fluchtfahrzeug fanden die Ermittler diverses Einbruchswerkzeug. Außerdem konnten gefälschte Dokumente und Bargeld sichergestellt werden.

Während T. in U-Haft sitzt, laufen die Ermittlungen weiter. Es besteht der dringende Verdacht, dass er unter falscher Identität gelebt hat und für zehn weitere versuchte Bankomateinbruchsdiebstähle in Tschechien verantwortlich ist.

Landespolizeidirektor Franz Prucher bedankte sich für die enge Zusammenarbeit zwischen tschechischer und österreichischer Polizei.