Feuerwehren aus Niederösterreich helfen in Kroatien. Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,4 erschütterte am Mittwoch die kroatische Zentralregion. Mehrere Menschen starben, Hunderte sind verletzt und Zehntausende obdachlos. Für die Aufräumarbeiten rücken nun auch 50 Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich an.

Von Daniel Lohninger. Update am 30. Dezember 2020 (15:59)

Noch am Donnerstag starteten 25 Lkw-Züge der Feuerwehr in das Krisengebiet. Sie sollen unter anderem 82 Wohncontainer und 400 Feldbetten ins Krisengebiet transportieren. Damit wird umgehend jenen Menschen geholfen, die seit dem Erdbeben kein Dach mehr über dem Kopf haben - alleine in der 25.000-Einwohner-Stadt Petrinja ist das gut die Hälfte der Bevölkerung. Angefordert wurde der Hilfseinsatz vom österreichischen Innenministerium, die Koordination erfolgt über den Landesführungsstab der Feuerwehr in Tulln. 

Bevor der Konvoi seine Reise nach Kroatien antrat, startete ein Vorauskommando der NÖ Feuerwehr ins Katastrophengebiet. Um vorab die Fahrtstrecke überprüfen, damit es aufgrund der Fahrzeughöhen in Tunnels und Unterführungen zu keinen unliebsamen Überraschungen kommt.  

Die Hilfsmannschaften der Feuerwehren aus NÖ bestehen aus 50 Mitgliedern, die sich vorab einem Coronatest unterziehen müssen und von einem Notarztteam mit Feuerwehrsanitätern für den Eigenschutz begleitet werden. 

Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner verweist auf die langjährige Erfahrung des NÖ Landesfeuerwehrverband mit Auslandseinsätzen: "Das betrifft nicht nur die Unterstützung mit Einsatzpersonal und modernster technischer Ausrüstung bei Unwetterkatastrophen, sondern auch logistische Hilfestellung. Wir sind innerhalb weniger Stunden in der Lage, auch Großtransporte ins Ausland zu organisieren. Das haben wir bereits in den vergangenen Jahren mehrmals bewiesen. Wie bei der Eiskatastrophe in Slowenien oder dem Jahrhunderthochwasser in Bosnien.“