Nächtlicher Schuss auf Einbrecher. In Zwentendorf im Bezirk Tulln schoss ein Hausbesitzer auf einen Mann, den er mitten in der Nacht in seinem Heim überraschte.

Von Alex Erber und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 18. Mai 2015 (11:36)
NOEN, Alois Steinhauser
Am Tatort: Ein Forensiker sichert nach dem verhängnisvollen Schuss Spuren beim Haus in Zwentendorf.

Ein 27-Jähriger aus dem Bezirk Tulln brach zunächst in eine Firma ein. Er war dort im Vorjahr kurzzeitig beschäftigt gewesen. Aus den Räumlichkeiten des Unternehmens stahl er einen Schlüssel für das Wohnhaus des Firmenbesitzers.

Gegen 3.25 Uhr suchte der 27-Jährige das Wohnhaus des Firmenbesitzers auf und gelangte mit dem zuvor gestohlenen Schlüssel ins Innere des Gebäudes. Der 37-jährige Hausbesitzer wurde durch Geräusche geweckt. Er griff nach seiner Faustfeuerwaffe, traf den 27-Jährigen Sekunden später in einem unbeleuchteten Stiegenbereich an und gab einen ungezielten Schuss ab. Das Projektil traf den Einbrecher in den Kopf und verletzte ihn schwer.

Schütze besitzt gültigen Waffenschein

Der Hausbesitzer alarmierte die Einsatzkräfte. Von der Rettung wurde der Angeschossene ins Spital eingeliefert und dort sofort notoperiert. Nach wie vor schwebt er in akuter Lebensgefahr.

Der 37-jährige Hausbesitzer, der im Besitz eines gültigen Waffenscheins ist, wurde bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Die Amtshandlung wurde vom Landeskriminalamt NÖ, übernommen. Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen, heißt es.

„Ein Ermittlungsverfahren ist anhängig“, bestätigte Michaela Obenaus, Sprecherin der Anklagebehörde. Nun wird geprüft, ob Notwehr vorliegt. Der Gesundheitszustand des mutmaßlichen Einbrechers war zu Redaktionsschluss unverändert kritisch.

Laut einem Sprecher der Landespolizeidirektion leitet nun die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren.