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Denkmalamt erfasste Kriegsgefangenen- und Arbeitslager. So sollen sie – und vor allem ihre Opfer – in Erinnerung bleiben.
Mauthausen ist das bekannteste Beispiel. Das größte Konzentrationslager Österreichs ist aber nur einer von vielen Orten, an denen die Nationalsozialisten Menschen zu Zwangsarbeit verpflichteten, folterten und ermordeten. In Österreich gab es zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein dichtes Netz an KZs, KZ-Außenstellen, Zwangsarbeits- und Kriegsgefangenenlagern. Das Bundesdenkmalamt arbeitete in den vergangenen Jahren an einer Liste dieser Orte – damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
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Im Gespräch
„Wachsam sein“.
Martha Keil, Historikerin, sprach mit Michaela Fleck über Opfer, Orte und Optimismus.
Martha Keil
Foto:
Fürthner
NÖN: Gerade hat Österreichs Bundesdenkmalamt eine Liste veröffentlicht zu den sogenannten Opferorten der NS-Zeit – 371 in NÖ. Ist das viel? Und fehlt da was?
Martha Keil: Die Liste ist eine Arbeitsgrundlage und als solche sehr wertvoll. Es ist sicher der größte Teil erfasst, es gibt aber auch Doppelungen, und es fehlen vor Kurzem entdeckte Orte.
„Opferort“ klingt für Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager, „Judenlager“, „Zigeunerlager“, Erziehungsanstalten oder KZ-Außenlager ja fast zu harmlos.
Keil: Wir würden das Wort ‚Opferort’ nicht verwenden. Überall dort, wo es Opferorte gibt, gibt es auch Täterorte. Und überall dort gibt es auch Mitwisser, Wegschauer… Das waren jedenfalls Schauplätze von Brutalität und Sadismus. Und man muss ständig wachsam sein!
Bei relativ vielen der Orte von Absdorf bis Zwölfaxing steht als Vermerk „Lage unklar“. Wieso?
Keil: Das ist nicht so leicht. Baracken waren ja schnell wieder abgebaut. Die Liste ist wie eine Landkarte, die Ortsnamen sind das Eintrittstor, dahinter liegen riesige Forschungsvorhaben. Dafür ist die Zusammenarbeit mit Heimatforschern ideal, aber auch mit Citizen Scientists. Wir bereiten dazu gerade ein Forschungsprojekt zwischen Krems und St. Pölten vor. Das gehört in ganz Österreich gemacht!
Sie selbst forschen dazu seit 2004 auch als Direktorin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs in St. Pöltens Synagoge. Ist das auch ein „Opferort“?
Keil: Natürlich ist es durch die NS-Zeit auch ein Opferort. Es ist ein besonderes Haus, das niemanden kalt lässt. Und jetzt im Sommer ist es auch wieder am Wochenende offen…