Mit Orange ändert sich sehr viel. Jeweils am Freitag entscheidet sich, welche Einschränkungen es ab Montag in den Regionen gibt.

Von Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger. Erstellt am 30. September 2020 (05:16)
Quelle: corona-ampel.gv.at
NÖN-Grafik: Bischof

1.119 Personen waren am Montag in Niederösterreich mit dem Coronavirus infiziert. Im Schnitt kamen in der Vorwoche täglich etwa 130 Neuinfektionen dazu. In neun NÖ-Bezirken und in den Statutarstädten Krems und Wiener Neustadt steht deshalb seit vergangenem Freitag die Corona-Ampel auf „Orange“. Nur mehr vier Bezirke – St. Pölten-Land, Horn, Amstetten und Hollabrunn – sowie die Statutarstadt Waidhofen/Ybbs sind grün.

Aus diesem Grund verschärft Niederösterreich die bundesweiten Corona-Vorgaben auf Landesebene ab der Ampelstufe „Orange“ – erstmals ab 5. Oktober, wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (beide ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Freitag ankündigten. Zugleich wurden die Polizei-Kontrollen verstärkt – beispielsweise bei Veranstaltungen, an frequentierten Plätzen oder in der Gastronomie. Die erste Bilanz: Nach 2.000 Kontrollen am Wochenende gab es 15 Anzeigen.

Doch was ändert sich mit dem Inkrafttreten des neuen Covid-19-Gesetzes in Niederösterreich ab Donnerstag?

Spannend wird es immer am Freitag: Für Bezirke und Statutarstädte, die auf „Grün“ oder „Gelb“ gestellt sind, gelten generell die bundesweiten Corona-Maßnahmen. Für sie ändert sich nichts. Außer, es ändert sich die Farbe der Ampel – dann gelten jeweils ab dem darauffolgenden Montag die verschärften Corona-Vorgaben. Erstmals spannend wird es also an diesem Freitag: Dann entscheidet sich, in welchen Bezirken ab Montag, 5. Oktober, welche Ampel-Farbe gilt – und wo damit die verschärften Einschränkungen gelten und wo nicht.

Einschränkungen bei Veranstaltungen: Kippt die Ampelfarbe auf Orange, sinkt die Zahl der erlaubten Besucher von 1.500 auf 250 (Indoor) sowie von 3.000 auf 1.000 (Outdoor). Bei nicht zugewiesenen Plätzen sind es wie bisher 10 (Indoor) sowie 100 (Outdoor).

Einschränkungen bei Sportveranstaltungen: In „orangen“ Bezirken und Statutarstädten finden Sportveranstaltungen ohne Publikum statt. Zuschauen dürfen dann nur unmittelbare Verwandte der Spielerinnen und Spieler in Nachwuchsligen. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Bundesliga-Spiele, die auch bei Orange weiterhin vor Publikum stattfinden dürfen. Hauptgrund für die drastischen Einschränkungen im Sportbereich: 69 Prozent der jüngsten Corona-Infektionen in Niederösterreich sind dem Bereich „Sport und Freizeit“ zuzuordnen – damit sind Sportveranstaltungen gemeinsam mit (Familien-)Feiern laut Königsberger-Ludwig gegenwärtig die Covid-19-Hauptinfektionsquelle.

Einschränkungen in der Gastronomie: Niederösterreich geht wie Wien den Weg der Registrierung der Gäste – wenn ein Bezirk orange wird. Die Sperrstunde bleibt bei 1 Uhr. Erst wenn die Ampelfarbe auf Rot kippt, wird die Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegt. Für Wirtesprecher Mario Pulker eine vertretbare Lösung: „Eine generelle Vorverlegung der Sperrstunde wäre für sehr viele unserer Betriebe eine finanzielle Katastrophe. Jedes Mittel, um das zu verhindern, soll uns recht sein.“

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Kindergärten, Kliniken sowie Kur- und Rehabetrieben: Egal, wie die Ampel steht – die Kindergärten bleiben offen. Das versichert Mikl-Leitner. Aber: In „orangen“ Bezirken müssen die Eltern ihre Kinder direkt bis zur Kindergarten-Eingangstür bringen. Bei „Rot“ sollen nur mehr jene Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen, die keine andere Betreuungsoption haben. Auch in Kliniken sowie Kur- und Rehazentren gelten ab „Rot“ verschärfte Regeln.

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