Wer wann in Quarantäne muss. Zahlreiche Begriffe sorgen für Verwirrung, die NÖN hat sich angesehen, was derzeit gilt.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 30. September 2020 (05:21)
Symbolbild
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Quarantäne, Verkehrsbeschränkungen, Contact Tracing – die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben mittlerweile viele Namen. Das sorgt für Verwirrung und Missverständnisse. Ein Versuch, Licht ins Dunkle zu bringen:

Quarantäne wird über eine Person verhängt, wenn ein positives Testergebnis vorliegt oder sie länger als 15 Minuten direkten Kontakt zu einer infizierten Person hatte (Kontaktperson der Kategorie I). Grundsätzlich dauert diese „Absonderung“ zehn Tage bzw. bei schweren Verläufen bis zur Symptomfreiheit und einer negativen Testung.

Für Haushaltsangehörige einer positiv getesteten Person gilt, dass die Zehn-Tagesfrist am letzten Tag der Quarantäne der positiv getesteten Person erneut beginnt, da eine Ansteckung auch am letzten Tag erfolgen könnte. Das heißt, die Absonderung kann 20 Tage dauern. Personen in Quarantäne dürfen die Wohnung nicht verlassen und keine privaten Besuche erhalten.

Verkehrsbeschränkungen können grundsätzlich für Kontaktpersonen der Kategorie II verhängt werden. In die Kategorie II fallen Personen, die ein niedriges Infektionsrisiko haben. Diese Menschen hatten zwar Kontakt mit einer positiv getesteten Person, allerdings in einem sehr kurzen Zeitraum (weniger als 15 Minuten) und auf große Distanz (mehr als zwei Meter Abstand).

Prominentes Beispiel war zuletzt der ÖVP-Landtagsklub, nachdem der Abgeordnete Karl Moser positiv getestet worden war. 22 Abgeordnete, die geringen Kontakt mit ihm hatten, erhielten Verkehrsbeschränkungen. Sie durften das Haus nur aus „triftigen Gründen“ verlassen, und zwar für berufliche Verpflichtungen ohne Kontakt zu anderen, medizinische Versorgung oder Lebensmitteleinkauf.

Contact Tracing ist aber in jedem Fall die Grundlage der Entscheidungen. Das Nachverfolgen von Kontaktpersonen dient der Erfassung aller Personen, die direkten Kontakt (Kategorie I) oder entfernteren Kontakt (Kategorie II) zu einer corona-positiv getesteten Person hatten. In NÖ wird besonders auf diese Strategie gesetzt.

Die Absonderungsbestimmungen werden vom Bund vorgegeben und sind daher nicht landesspezifisch, werden aber von den Bezirksbehörden exekutiert.

Der diesbezügliche Bescheid wird vom Amtsarzt (Gesundheitsbehörde) für zehn Tage angeordnet. „Das Land NÖ hat darüber hinaus ein Handbuch entwickelt, das als Handlungsanleitung für die Bezirksverwaltungsbehörden ausgegeben und laufend an den aktuellen Rechtsbestand angepasst wird“, heißt es dazu aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Zu unterschiedlichen Regelungen könne es kommen, wenn Personen im gleichen Kontaktfall unterschiedliche Angaben machen.

Das Land NÖ setzt jedenfalls weiter auf seine bisherige Quarantäne- und Teststrategie. So werden die Drive-in-Teststraßen ausgebaut. Bisher gibt es in ganz NÖ sechs solcher Stationen. Dort können sich Personen in ihrem eigenen Pkw testen lassen, die sich zuvor über die Gesundheitshotline 1450 angemeldet haben. Vor allem nach der Urlaubszeit. Wegen großen Andrangs unterstützt nun das Bundesheer das Rote Kreuz bei der organisatorischen Abwicklung.

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