Unwetter: NÖ Feuerwehren erneut im Dauereinsatz. Heftige Niederschläge und Sturm haben in Niederösterreich am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag zu 420 Feuerwehreinsätzen geführt. Knapp 2.000 Helfer von 180 Feuerwehren rückten aus.

Von APA / NÖN.at. Update am 17. August 2021 (14:59)

Mehr als 200 überflutete Keller mussten ebenso ausgepumpt werden wie mehrere Straßenunterführungen. 150 Bäume waren in Strom- und Telefonleitungen gestürzt und zu beseitigen, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando.

Mehrere Brücken drohten durch Verklausungen weggerissen zu werden. "Das konnte durch den Einsatz von Feuerwehrkränen und Baggern jedoch verhindert werden", teilte Resperger mit. Vom Unwetter am stärksten betroffen waren dem Sprecher zufolge die Bezirke Amstetten, St. Pölten, Melk, Tulln, Baden und Mödling. Der Feuerwehrnotruf habe im Minutentakt geläutet. "Nach Mitternacht beruhigte sich die Lage", so Resperger.

75 Unwettereinsätze hat es allein im Bezirk Mödling gegeben, teilte das Bezirkskommando mit. Hotspots waren Gumpoldskirchen, Guntramsdorf, Biedermannsdorf und die Stadt Mödling. Auch in Achau, Brunn am Gebirge, Gießhübl, Hinterbrühl, Laxenburg, Maria Enzersdorf, Perchtoldsdorf, Vösendorf und Wiener Neudorf mussten die Helfer ausrücken.

Im Industriezentrum NÖ Süd stand die Autobahnunterführung unter Wasser. Eine Großpumpe kam zum Einsatz. Bei den Aufräumarbeiten in Guntramsdorf stürzte eine Person und verletzte sich so schwer, dass sie von einer Notärztin versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden musste, teilte die Feuerwehr mit.

Wegen der heftigen Regenfälle hatten auch die Feuerwehren von Himberg, Leopoldsdorf, Maria Lanzendorf, Lanzendorf und Zwölfaxing alle Hände voll zu tun.

Im Bezirk Amstetten waren etwa 80 Einsätze abzuarbeiten. 35 Feuerwehren rückten aus. Zahlreiche Unwetterschäden gab es u.a. in Stadt Haag. In Ernsthofen wurden mehr als 200 Schweine gerettet, berichtete der Kommandant der örtlichen Feuerwehr, Josef Fuchsberger. Ein Vierkanthof war teils kniehoch unter Wasser gestanden. Zwei Ferkel sind verendet.

Rund 20 Feuerwehren aus dem Bezirk Melk standen im Unwettereinsatz:

Im Bezirk Tulln waren 680 Helferinnen und Helfer von 45 Feuerwehren aufgeboten. Das Bezirkskommando meldete 152 Einsätze, nachdem es am Montagabend bis zu 70 Liter pro Quadratmeter geregnet hatte. In Tulbing und Judenau-Baumgarten ergoss sich in der Folge Wasser von den Abhängen des Wienerwaldes in die Ortschaften. Wie in anderen Gemeinden wurden Keller überflutet.

Ähnlich präsentierte sich die Lage im Bezirk St. Pölten, wo vor allem in Orten im Norden ganze Siedlungen von Wassermassen betroffen waren. 47 Feuerwehren wurden laut Bezirkskommando alarmiert, im Einsatz standen rund 750 Helfer mit mehr als 100 Fahrzeugen.

Auch im St. Pöltner Stadtteil Unterradlberg waren die FF-Leute spätnachts gefordert: