Kurze Entspannung vor dem nächsten Schnee. Jede Menge Schnee gibt’s nach wie vor, in Niederösterreichs Skigebieten. Bis zu 220 Zentimeter etwa sind es allein auf den Pisten in Annaberg (und im Ort noch immer 140 Zentimeter). Während dort mit der entsprechenden Winterausrüstung am Wochenende auch Ski gefahren werden kann, bleiben Hochkar und Ötscher nach wie vor gesperrt.

Von Michaela Fleck und Melanie Baumgartner. Erstellt am 11. Januar 2019 (10:43)
Christian Eplinger

Statt Pistenraupen fliegt heute, Freitag, das Bundesheer mit dem Hubschrauber aufs Hochkar. Und will nach der Komplettsperre erstmals eine oder mehrere Lawinen kontrolliert sprengen. Wie auch am Ötscher muss danach aber erst einmal der Lawinenwarndienst auf den Berg, bevor der Skibetrieb vorbereitet werden kann.

Das heißt: Skifahren geht auf Hochkar und Ötscher nach wie vor gar nicht – frühestens könne damit nächste Woche bzw. nächstes Wochenende gerechnet werden, meint man in Niederösterreichs größten Skigebieten. Am Maiszinken in Lunz am See will man morgen, Samstag, das derzeit gesperrte Skigebiet wieder freigeben. Die Gemeindealpe in Mitterbach am Erlaufsee, derzeit ebenfalls gesperrt, soll heute per Hubschrauber erkundet werden.

Wie es am Gipfel aussehe, wisse man derzeit gar nicht, so Sesselbahn-Betreiberin NOEVOG. „Heute Abend oder morgen früh werden wir mehr wissen“, dann könne morgen, Samstag, vielleicht auch in einen Teilbetrieb bis zur Mittelstation gestartet werden. Allerdings wären ja für übermorgen, Sonntag, wieder Schneefälle angesagt. Die ebenfalls von der NOEVOG betriebene Sesselbahn auf den Schneeberg bleibt jedenfalls dieses Wochenende gesperrt, „wegen Lawinengefahr“. Ski gefahren werden kann dort, am Fuße des Schneebergs, aber auf der so genannten „Wunderwiese“, mit einem Schlepper, der speziell auch für Anfänger oder Kinder geeignet ist.

Teilbetrieb in Annaberg

In Annaberg fährt man heute, Freitag, bei Minusgraden und leichtem Schneefall in der Früh nach wie vor im Teilbetrieb, soll heißen: der Vierer-Sessellift aufs Hennesteck und der anschließende Schlepper auf den Almboden sind nach wie vor gesperrt. Das liege aber nicht an der Lawinengefahr, „bei uns gibt es keine, wir sind ja auch kein Lawineneinzugsgebiet“, erklärt Karl Weber, Geschäftsführer der Annaberger Lifte. Es liege auch nicht an den Liften. Der Grund für die Sperre liege in der Schneelast der Bäume entlang der Pisten. Die sei zurzeit noch zu groß bzw. zu gefährlich für die Skifahrer.

„Die Bäume biegen sich zum Teil bis auf die Pisten“, so Weber. Abhilfe soll ein Hubschrauber schaffen, der mit seinen Rotorblättern den Schnee von den Bäumen blasen soll – bisher aufgrund der Witterungsverhältnisse aber nicht zufliegen konnte. „Heute ist das einzige Wetterfenster – und, wie ich gerade höre, ist er auch bereits losgeflogen“, freut sich Weber.

Wenn der Hubschrauber „durchkommt“ und alles wie geplant läuft, könnten die beiden gesperrten Lifte morgen wieder in Vollbetrieb gehen – nachdem alles kontrolliert und „fein säuberlich ausgeschaufelt“ wurde. Präpariert wurden die Pisten ohnehin alle auch in den vergangenen Tagen, „sonst kommen wir dann mit dem Schnee nicht mehr nach“. Auch die Parkplätze hat man täglich geräumt, auf den Zufahrten sei derzeit Schneefahrbahn, aber keine gröberen Probleme, so Karl Weber. Wegen des eingeschränkten Betriebes hätte man in den letzten Tagen auch Vergünstigungen bei den Liftkarten eingeräumt.

Am Semmering freut man sich derzeit über beste Bedingungen bei blauem Himmel und rund einem Meter Schnee. Der Split-Park, die Panhans Wiese und der Pistenverbindungsweg sind derzeit gesperrt, die beiden Lifte und die Rodelbahn in Betrieb. Für das Wochenende erwartet man sich weiterhin optimale Pistenverhältnisse.

Auch am Jauerling im südöstlichen Waldviertel ist man mit den Bedingungen mehr als zufrieden. „Wir haben derzeit 70-90cm Schnee auf der Piste, in den letzten Tagen sind etwa 60 cm Neuschnee dazugekommen. Die Besucher dürfen sich bei Sonnenschein auf eine reine Naturschneepiste freuen“, heißt es seitens des Jauerlings. Fürs Wochenende erwartet man sich zwar Schneefall, mit Beeinträchtigungen ist aber nicht zu rechnen. Vorsicht ist dennoch geboten: die Zufahrtsstraßen sind schneebedeckt, mit Winterausrüstung aber gut befahrbar.

Gefahren wird am Wochenende auch in anderen von Niederösterreichs kleineren Skigebieten, wie dem Königsberg im Ybbstal. 

Zugsverkehr eingeschränkt

Und was den Zugsverkehr betrifft, so führt die Mariazellerbahn ihre Himmelstreppen nach wie vor nur bis Laubenbachmühle und im Schienenersatzverkehr mit Bussen weiter nach Mariazell. „Das wird auch so bleiben“, so NOEVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer. Das größte Problem sei hier nicht nur die Schneeräumung, sondern wieder die Bäume, die zum Teil unter der Schneelast auf die Oberleitungen stürzen. „Strom hätten wir schon!“, so Heider-Fischer.

Aktuelle Infos:

www.hochkar.at
www.oetscher.at
www.lunz.at
www.gemeindealpe.at
www.wunderwiese.at
www.annaberg.info
www.noevog.at
www.semmering.at
www.jauerling.at
www.koenigsberg.at