"Operation Joker": 300 Kilo Suchtgift sichergestellt

Erstellt am 21. Juli 2022 | 10:05
Lesezeit: 4 Min
32 Festnahmen in Österreich, Ungarn und der Slowakei, rund 300 Kilo beschlagnahmtes Suchtgift, Sicherstellung von 60 Waffen, Luxusfahrzeugen und Bargeld: Dem Landeskriminalamt NÖ ist gemeinsam mit slowakischen und ungarischen Sicherheitsbehörden ein großer Schlag gegen die internationale Drogenkriminalität gelungen.
Werbung

Die Ermittlungen liefen seit März dieses Jahres: Gemeinsam mit der Nationalen Kriminalagentur der Slowakei (NAKA) und dem Nationalen Ermittlungsbüro der ungarischen Polizeibehörden (NNI) konnten Mitglieder eines slowakischen Drogenringes festgenommen werden. Die Kriminellen hatten mit Kokain und Methamphetamin gehandelt - im ganz großen Stil. Den Beschuldigten konnte der Verkauf von Suchtmitteln im Straßenverkaufswert von 21 Millionen Euro nachgewiesen werden.

Über fünf Monate wurden in Österreich umfangreiche Ermittlungen gegen vier Beschuldigte durchgeführt, die sich im Land aufgehalten haben. Beteiligt waren Polizeikräfte aus Wien und NÖ sowie das Einsatzkommando Cobra.

 

Zugriff in den frühen Morgenstunden

Am 12. Juli war es schließlich soweit: In den frühen Morgenstunden fanden sowohl in Österreich als auch in der Slowakei und Ungarn Hausdurchsuchungen statt. In Österreich wurden an zwei Adressen in Wien sowie in einem Haus in Hainburg (Bezirk Bruck/Leitha) vier Personen an ihren Wohnadressen festgenommen.

Slowakisches Ehepaar als Drahtzieher

Drahtzieher dürfte ein slowakisches Ehepaar (37 und 32) sein: die beiden wurden am 12.7. in Wien festgenommen. Das Paar soll den Schmuggel der Drogen aus Südamerika organisiert und den Kontakt zu den Hintermännern gehalten haben. Die anderen Festgenommenen, Mitte Juli waren das zwei weitere Personen in Wien und acht in der Slowakei, dürften für das Bunkern der Drogen in Niederösterreich und den Transport in die Slowakei zuständig gewesen sein. Die Drogen waren in präparierten LKW von Amsterdam über den Grenzübergang Drasenhofen nach Österreich gebracht worden.

Tochter des Drogen-Paares in Obhut genommen

Der Ehemann des slowakischen Paares soll durch den Verkauf der Drogen rund 4,8 Millionen Euro verdient haben, seine Frau soll im Herbst 2017 in Parndorf an einer Übergabe von Kokain im Wert von rund 40.000 Euro beteiligt gewesen sein - das behauptet in Mann, der in der Slowakei in Haft sitzt. Außerdem soll die Frau über alle Drogenkontakte ihres Ehemannes verfügt haben, um die Geschäfte fortsetzen zu können, falls dem Gatten etwas zustößt. Tragisches Detail: Die 10-jährige Tochter des Paares musste nach dessen Festnahme in die Obhut der Jugendwohlfahrt Wien übergeben werden.

Waffenarsenal in Ungarn

Bei den Hausdurchsuchungen am 12. Juli wurden in den österreichischen Wohnsitzen auch 140.000 Euro an Bargeld sowie Unterlagen gefunden, auch Luxusfahrzeuge wurden sichergestellt. In der Slowakei wurden an diesem Tag acht Personen festgenommen sowie 60.000 Euro an Bargeld sowie 2,5 Kilo Kokain gefunden. In Ungarn stellte die Polizei ein Waffenarsenal von über 60 Waffen samt Munition, fünf Kilo Sprengstoff sowie 2,5 Kilo "weitere Substanzen" sicher. Letztere würden derzeit untersucht, sagt Landeskriminalamts-Leiter Stefan Pfandler.

Die Ermittlungen sind noch nicht zu Ende, wie Landespolizeidirektor Franz Popp anmerkt.

"Die wissen, wie man Polizeiarbeit zunichte macht"

Cobra-Chef Bernd Treibenreif berichtet, dass beim Zugriff am 12. Juli insgesamt 41 Cobra-Beamte im Einsatz waren. Die Schwierigkeit bei derartigen Einsätzen liege darin, dass man es mit sehr erfahrenen Tätergruppen zu tun habe, die "natürlich wissen, wie man Polizeiarbeit zunichte macht." Daher müssten die Einsatzkräfte darauf achten, dass die Täter beim bzw. vor dem Zugriff nicht Beweise vernichten.

Innenminister Gerhard Karner dankte den beteiligten Einheiten für ihre akribische Ermittlungsarbeit. Rund ein Zehntel der Kriminalität in Österreich sei auf Drogen zurückzuführen, sagte der Minister.