So wird Energie "gehortet". In einer fünfteiligen Serie mit dem NÖ Zivilschutzverband geben wir Tipps zum Thema Blackout: Was ist nötig, um für einen flächendeckenden Stromausfall gerüstet zu sein?

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Februar 2021 (07:52)
Mit einem Handkurbel-Ladegerät können Akkus per Hand aufgeladen werden.
Shutterstock. com/Roger Brown Photography

Teil 4: Energiereserven

Wenn der Strom wirklich einmal zwei Wochen wegbleibt, müssen wir uns sicher stark einschränken und auf vieles verzichten. Die ersten Tage eines Blackouts können wir uns allerdings etwas leichter machen – wenn wir vorbereitet sind und Energiereserven haben.

Auto-mobil

Wer im Fall des Falles länger mobil bleiben möchte, fährt mit dem Auto rechtzeitig zur Tankstelle. Denn bei einem Blackout bleiben die Zapfsäulen trocken. „Viele von uns tanken erst, wenn die Reservelampe sie daran erinnert, dass der Tank leer wird. Wenn dann allerdings der Strom ausfällt und die Tankstellen geschlossen bleiben, kommen sie nicht mehr weit. Sicherer ist es, den Tank nie mehr als die Hälfte leerfahren und dann schon nachzutanken. Dann haben Sie mehr Kilometerreserve, um sich um Verwandte zu kümmern oder vielleicht zu einem Bauernhof zu fahren, wo es noch Milch und Eier zu kaufen gibt“, rät NÖZSV-Experte Bernd Buric.

Powerbank

Die beste Taschenlampe nützt im Fall des Falles nicht viel, wenn keine Ersatzbatterien auf Lager sind. Aber Vorsicht: Sie sind nicht unbegrenzt haltbar, also nicht zu viele auf Lager legen. Eine Alternative zur Taschenlampe kann das Handy (mit Lampen-App) sein. Dafür sollte eine Powerbank mit ausreichender Kapazität immer geladen bereit liegen. „Wir empfehlen eine Powerbank mit mindestens 15.000 mAh. Damit können Sie ein normales Smartphone mehrere Male aufladen, bevor sie selbst leer ist“, so Buric. Das Handy können Sie so auch als Radio verwenden, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Mehr Bequemlichkeit bieten größere Akkus, sie kosten aber auch mehr. Energie-Experte Michael Mader von Hellpower Energy: „Nehmen wir einen Akku mit 1.000 Wh, also Wattstunden, und ein Gerät mit 1.500 W – so viel braucht etwa ein Wasserkocher, eine Kaffeemaschine oder eine kleine Kochplatte. Damit können Sie ungefähr zehnmal einen Liter Wasser aufkochen oder zwischen 25 und 30 Tassen Kaffee zubereiten. Die Kochplatte bleibt damit für cirka 40 Minuten heiß.“

Kurbel-Akku

Eine Alternative, die ganz unabhängig von Stromnetz oder Batterien ist, bieten Taschenlampen oder Radios, die Sie jederzeit selbst aufladen können – durch Kurbeln. Dabei wird, ähnlich wie bei einem Fahrrad-Dynamo, ein Akku aufgeladen, der das Gerät für einige Zeit betriebsfähig macht. Auch Lampen oder Radios mit Solarbetrieb bzw. Powerbanks, die mit Sonnenenergie geladen werden können. Das funktioniert allerdings nicht immer zufriedenstellend.