Pornos von Tochter: Haft für NÖ Mutter und Liebhaber. Eine 47-jährige Ex-Lehrerin aus Niederösterreich und ein 49-jähriger Angestellter haben in einem Prozess im Landesgericht Wels unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger und pornografischer Darstellung Minderjähriger Mittwochnachmittag dreieinhalb beziehungsweise fünf Jahre Haft ausgefasst.

Von Redaktion, APA. Update am 05. Juni 2019 (15:22)
Eine 47-jährige Ex-Lehrerin und ein 49-jähriger Angestellter sind in einem Prozess am Mittwoch, 05. Juni 2019, im Landesgericht Wels unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger und pornografischer Darstellung Minderjähriger angeklagt gewesen. Die Frau soll auf Aufforderung ihres Liebhabers Pornos von ihrer damals erst zehnjährigen Tochter gedreht und ihm geschickt haben. Im Bild die Angeklagte (Mitte) vor Prozessbeginn. Foto: APA/Heinz Ziegler
APA/Heinz Ziegler

Die Frau soll für ihren Liebhaber Pornos von ihrer damals erst zehnjährigen Tochter gedreht haben. Die alleinerziehende Mutter einer Tochter aus Niederösterreich und der Familienvater aus dem Bezirk Wels-Land hatten einander im Internet kennengelernt und eine Beziehung begonnen.

Nach etwa einem Jahr - 2015 - forderte der Mann die Frau auf, Fotos und Videos vom Intimbereich der damals Zehnjährigen zu machen. Die Aufträge wurden immer heftiger. Die Lehrerin nahm sexuelle Handlungen an dem schlafenden und damit wehrlosen Kind vor, filmte und übermittelte die Videos dem Angestellten. Ende 2018 flog die Sache auf. Die Lehrerin wurde umgehend aus dem Schuldienst entlassen.

Die Angeklagten bekannten sich zwar schuldig. Allerdings wiesen sie den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauches - Höchststrafe: zehn Jahre Haft - zurück. Es habe ein für eine Verurteilung in diesem Sinne notwendiger Geschlechtsverkehr nicht stattgefunden, sondern es habe "lediglich" Berührungen gegeben. Damit liege nur ein "normaler" sexueller Missbrauch vor - Strafausmaß: sechs Monate bis fünf Jahre.

Das Schöffengericht schloss sich dieser Argumentation nicht an. Er verurteilte die Frau zu dreieinhalb und den Mann zu fünf Jahren Haft. Außerdem wurden dem Opfer - es wird im Einvernehmen mit der Jugendfürsorge von seiner Großmutter aufgezogen - 10.000 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung gaben keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Wir hatten berichtet:

Eine 47-jährige Ex-Lehrerin aus Niederösterreich und ein 49-jähriger Angestellter sind in einem Prozess am Mittwoch im Landesgericht Wels unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger und pornografischer Darstellung Minderjähriger angeklagt gewesen.

Die Frau soll auf Aufforderung ihres Liebhabers Pornos von ihrer damals erst zehnjährigen Tochter gedreht und ihm geschickt haben. Das Gericht wird in der Verhandlung unter anderem die angeklagten Videos zu sichten haben. Weil dabei der höchstpersönliche Bereich aller Beteiligten erörtert wird, wurde nach dem Vortrag der Anklage und deren Beantwortung durch die Verteidiger die Öffentlichkeit für den gesamten weiteren Verlauf der Verhandlung ausgeschlossen.

Zuvor war der Fall dargelegt worden: Die alleinerziehende Mutter einer Tochter aus Niederösterreich und der Familienvater aus dem Bezirk Wels-Land hatten einander im Internet kennengelernt und eine Beziehung begonnen. Nach etwa einem Jahr - 2015 - forderte der Mann die Frau auf, Fotos und Videos vom Intimbereich der damals Zehnjährigen zu machen. Die Aufträge wurden immer heftiger. Die Lehrerin nahm sexuelle Handlungen an dem schlafenden und damit wehrlosen Kind vor, filmte und übermittelte sie dem Angestellten. Ende 2018 flog die Sache auf. Seitdem sitzen beide in U-Haft. Die Lehrerin wurde umgehend aus dem Schuldienst entlassen.

Die Verteidiger kündigten an, dass ihre Mandanten sich in der Verhandlung schuldig bekennen würden. Allerdings wiesen sie den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauches - Höchststrafe: zehn Jahre Haft - zurück. Es habe ein für eine Verurteilung in diesem Sinne notwendiger Geschlechtsverkehr nicht stattgefunden, sondern es habe "lediglich" Berührungen gegeben. Damit liege nur ein "normaler" sexueller Missbrauch vor - Strafausmaß: sechs Monate bis fünf Jahre. Das Schöffengericht wird dies zu entscheiden haben. Die Verhandlung ist bis Nachmittag anberaumt.