„Querulatorischer“ Hass gegen Radler. Im Bezirk Tulln attackierte ein 58-Jähriger Radfahrer, das bringt ihn in Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 12. September 2017 (01:18)
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„Die haben dort nichts zu suchen“, entrüstet sich ein Pensionist vorm Richter. Auf Radfahrer ist er nicht gut zu sprechen. Am Treppelweg bei Kleinschönbichl attackierte er zwei. Weil der 58-Jährige bereits vor diesen Vorfällen einem Radfahrer eine Ohrfeige verpasst hatte, landete er in U-Haft und sitzt nun auf der Anklagebank.

Die Opfer erzählen von Brutalitäten. „In die Arbeit bin ich gefahren, da hab’ ich ihn mit einem Hund gesehen. Der Herr hat geschrien und hat mich gewaltig in den Oberschenkel getreten. Ich war perplex, bin ins Straucheln gekommen und bin weitergefahren. Dann hab’ ich umgedreht, um ihn zur Rede zu stellen“, erzählt der 51-Jährige.

Ein Gespräch führen wollte der Pensionist aber nicht. „Des nächste Mal rinnt’s Blut, du Volltrottel!“, schrie er. Drohte mit den Worten „Ich bring euch alle um“ und erklärte: „Wirst schon sehen, was passiert, wenn du die Polizei rufst!“

"Ich habe mich überschlagen"

Bald darauf schritt der Pensionist wieder zum Angriff. „Mit seinem Hund ist er dagestanden, hat mich fokussiert und ist vor mir auf den Weg gesprungen. Für mich gab es zwei Alternativen auszuweichen: in den Wald oder über die Hundeleine. Ich habe mich für Zweiteres entschieden“, so dieses Opfer. Dabei stürzte der Mann. „Ich habe mich überschlagen“, sagt er. Dabei zog er sich eine Hüftprellung und Abschürfungen zu.

Um Milde bittet der Verteidiger. „Im Zorn hat mein Mandant Äußerungen getätigt, die man nicht ernst nehmen darf.“

„Sie haben einen querulatorischen Charakter“, sagt der Richter zum Pensionisten und verhängt über ihn wegen versuchter Nötigung und Körperverletzung sieben Monate teilbedingte Freiheitsstrafe. Den unbedingten Teil davon – zwei Monate – hat der Angeklagte bereits in U-Haft verbüßt. Rechtskräftig.