Österreich

Erstellt am 01. November 2018, 04:00

von Gila Wohlmann und NÖN Sonderjournal-Redaktion

Betrug im Internet: Als Geldwäscher missbraucht. Täuschend echt aussehende Bank-Websites fordern zur Kontoaktualisierung auf. Das Ersparte ist dann weg. Webuser werden immer öfters als Geldwäscher missbraucht.

Via Internet sollte man sich nie zu verlockenden Geldtransaktionen verleiten lassen. Wenn man zum „Money mule“ wird, kann man sich leicht strafbar machen, da man Geldwäsche betreibt.  |  Antonio Guillem/Shutterstock.com

Eine E-Mail des eigenen Bankinstituts findet sich im Posteingang. Das Konto müsse aktualisiert werden, und dafür würden die Zugriffsdaten benötigt. Immer öfters erhalten Firmen wie Private derartige E-Mails. Doch Achtung! Hierbei handelt es sich um ein Phishing-Mail: Die Bank-Webseite ist dabei einfach täuschend echt gefälscht!

Wer genauer hinschaut, merkt, dass die Domain minimal verändert wurde. „So kann mitunter am Schluss statt „at“ für Österreich z. B. ,af‘ für Afghanistan stehen“, nennt Kriminalpräventionsbeamter Max Schernhammer als Beispiel.

Doch die Hacker werden immer besser. Auch wer glaubt, dass „https“ als Zeichen für eine Verschlüsselung sicher sein sollte, kann Cybercrime-Opfer werden. „Hacker haben dann möglicherweise schon Änderungen im Betriebssystem vorgenommen“, warnt er, da eben gerade über solche E-Mails, insbesondere deren Anhänge, Schadstoffsoftware auf den Rechner gelangt.

Finger weg von gut bezahlten Jobs im Netz

Einer Betrugsform anderer Art, die auch unter Phishing fällt, ging eine Dame aus dem Bezirk Melk auf den Leim. Sie wurde zu einem so genannten „Money Mule“. „Ein Geldmaultier, manchmal auch ,Smurfer‘ genannt, ist eine Person, die Geld, das illegal erworben wurde, durch einen Kurierdienst oder elektronisch für andere transferiert“, erklärt Schernhammer.

Die Frau ging einen „Arbeitsvertrag“ mit einer litauischen Firma ein. Sie musste dabei ihr Konto zur Verfügung stellen. Geld wurde überwiesen, das sie beheben sollte, und dafür durfte sie einen Teil davon behalten. Das verbleibende Geld sollte sie via „Money Transmitter“ wie „Western Union“ ins Ausland weiterschicken. Ein verlockendes, doch riskantes Angebot. „Man macht sich bei der artigen Transaktionen der Geldwäsche schuldig“, warnt Schernhammer auch, dass solche E-Mails oft durch schlechtes Deutsch erkennbar seien, da die Täter fast immer im Ausland auf verschiedensten Kontinenten sitzen.

"Ausforschung nur selten möglich"

„Eine Ausforschung ist daher, trotz internationaler Polizeivernetzung, nur selten möglich, auch da es mit den einzelnen Ländern unterschiedliche Polizeikooperationsverträge oder auch keine gibt“, so der Kriminalist.

Der Schaden beim Cybercrimeopfer, sei es nun eine große Firma oder eine Privatperson, bleibt. Allzu hohe Transaktionen lassen Geldinstitute oft hellhörig werden, denn Banken nutzen bereits so genannte „Anti-Fraud-Systeme“, die automatisiert verdächtiges Verhalten erkennen. Irgendwann merkt auch das Opfer, dass Geld fehlt. Die Spuren führen dann immer zuerst zum „Geldesel“. Die Vorgangsweise, „Money Mules“ zu rekrutieren, ist dabei oft ähnlich. „Wenn man einen Nebenjob mit hohem Verdienst im Netz angeboten bekommt, sollte man bereits hellhörig werden“, meint Schernhammer.

Anfällig für Hacker aller Art sind schlecht gewartete Websites. „Daher ist es unumgänglich, regelmäßige Updates zu machen und seine Anti-Virus-Programme am neuesten Stand zu haben“, rät der Polizist.