Polizei- Netzwerk für Frauen. Vier Beamtinnen setzen sich für eine moderne Polizei für Frauen ein.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 10. Juni 2014 (00:01)
NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Polizistinnen sind weltweit vernetzt und bilden sich laufend fort.
Marlies Menhart ist 37 Jahre alt, Juristin und Exekutivbeamtin und kommt aus Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn.

Neben ihrem Dienst als stellvertretende Leiterin der Logistikabteilung der Landespolizeidirektion Wien ist sie im Executive Bord des European Network for Policewomen (ENP) aktiv.

Das ENP, eine Stiftung (nach niederländischem Recht) mit Sitz in den Niederlanden, wurde 1989 bei einer internationalen Konferenz für Polizeibeamtinnen in Holland gegründet.
 

NOEN, BMI/Alexander Tuma
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Das Ziel: bessere Vernetzung von Polizistinnen europa-, aber auch weltweit. Bessere Stellung von Frauen innerhalb der Polizei des jeweiligen Landes und deren Fortbildungsmöglichkeiten. Das ENP, eine nicht staatliche Organisation, wurde 1996 von den Vereinten Nationen als NGO (Non Governmental Organisation) anerkannt.

Menhart ist eine von vier österreichischen Vertreterinnen im ENP. Jedes Land, das Mitglied des Europarats ist, kann Delegierte entsenden. Derzeit sind 18 Länder dabei. An der Spitze steht die ENP-Präsidentin. Österreich hatte bereits zwei Mal die Präsidentschaft inne.

Das „Executive Board“, der geschäftsführende Vorstand, ist für Organisationsarbeiten sowie für internationale Polizistinnen-Seminare zuständig. Das „General Board“, der Verwaltungsrat, ist für die Zustimmung verantwortlich. Erst im Vorjahr fand ein internationales Seminar in Wien samt Bürgermeisterempfang in Göllersdorf statt.

Seit   Polizei gleichberechtigt

Menhart weiß um die Bedeutung internationaler Vernetzung der Polizei, nicht zuletzt, da sie schon bei Europol tätig war. Zur ENP ist sie über ein Karriereseminar gekommen. „Bei diesen Seminaren geht es um Persönlichkeitsbildung.

Motto: Wo stehe ich in meinem Job und wo will ich hin?“, erklärt sie. Menhart weiß um die Vorteile der ENP-Arbeit für den täglichen Dienst.

„Man ist besser vernetzt, hat auf internationaler Ebene die richtigen Ansprechpartner. Dann geht vieles schneller.“ Die Polizei als sich entwickelnde Karriereplattform für Frauen zu fördern, ist ihr wichtig, nicht zuletzt, da Österreich erst 1991 als letztes Land Europas Frauen bei der Polizeiausbildung gleichberechtigt hat.