Profi-Einbrecher hinterließ seine DNA. Seinen Lebensunterhalt bestritt ein 36-jähriger Rumäne viele Jahre mit Einbrüchen. Aus Wien reiste er zur „Arbeit“ an.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 31. Oktober 2017 (02:38)
Im Strombad Kritzendorf legte die Polizei einem Serieneinbrecher das Handwerk. Bislang konnten ihm fast 300 Einbrüche nachgewiesen werden.
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„Bemerkenswert ist, dass der Angeklagte ein professioneller Einbrecher ist. Er weiß, was er tut, und wie er es zu tun hat. Er hat bei einem Coup Beute im Wert von 50.000 Euro gemacht. Das kommt nicht oft vor“, sagt Staatsanwalt Karl Fischer über einen Rumänen. Neun Einbrüche in Wohnhäuser und sechs versuchte Einbrüche werden dem 36-Jährigen am Landesgericht St. Pölten zur Last gelegt.

„Der Angeklagte hat sich nach seiner letzten Haftentlassung in ein Hotel in Wien eingemietet, von dort aus von April bis Juni 2017 die Einbrüche begangen“, setzt der Ankläger fort. Nach erfolgreichen Coups in Villen in Wien schlug der Rumäne immer nachmittags in Maria Anzbach, Pressbaum und Purkersdorf zu, machte insgesamt Beute im Wert von 113.000 Euro.

"Geld hab ich für Kokain gebraucht"

Geschnappt wurde er nach Verfolgungsjagd mit Polizisten. Gegen eine Festnahme wehrte er sich mit Händen und Füßen.

Für die Justiz ist der Rumäne kein unbeschriebenes Blatt. „Ein ganz schönes Mäppchen, da stehen zwölf Einträge im rumänischen Strafregister“, sagt der Richter. Viele Jahre verbrachte der Angeklagte bereits hinter Gittern, fasste heuer am 18. Mai in seinem Heimatland in Abwesenheit erneut eine Gefängnisstrafe aus, während er just an diesem Tag hierzulande in ein Haus einstieg.

Ob der 36-Jährige es schon mit redlicher Arbeit versucht hat? „Wenn man einmal im Gefängnis war, ist das schwer.“ Den erbeuteten Schmuck verkaufte er in Wien um 17.000 Euro. „Das habe ich für Kokain gebraucht“, erklärt er.

Strenge fordert der Staatsanwalt: „Sein Einkommen bestreitet der Angeklagte seit 15 Jahren mit Vermögensdelikten.“

Es setzt sechs Jahre Gefängnis. „Der Angeklagte ist ein Schwerkrimineller, aber ungeschickt. Er hat DNA-Spuren hinterlassen“, so der Richter. Rechtskräftig.