Erstellt am 20. Juni 2017, 18:52

von APA Red

VGT kämpft mit NÖ Grundbesitzern gegen Jagdzwang. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat am Dienstag die Frage der Jagdfreistellung von Grundstücken in Niederösterreich behandelt.

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Konkret wollen vier Grundbesitzer im Wald-, Wein- und Industrieviertel aus ethischen Gründen keine Jagd auf eigenem Grund, erläuterte Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT). Aus seiner Sicht müsste für eine Jagdfreistellung entschieden werden.

"Sollte sich der VfGH dazu nicht durchringen können, dann wird das endgültig der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheiden müssen", so Balluch in einer Aussendung nach der öffentlichen Sitzung. Ein Urteil werde schriftlich ergehen.

Die Tierschutzseite hatte zwei Experten aufgeboten, die laut Balluch schlüssig argumentierten. Die Erfahrungen mit jagdfrei gestellten Gebieten in Deutschland und der Schweiz seien demnach sehr positiv, die Artenvielfalt nehme drastisch zu, und es würden keine Waldschäden entstehen.

In Kärnten hatte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) bereits den Antrag eines veganen Grundbesitzers abgewiesen, seinen Wald jagdfrei zu stellen. Das Urteil von Kärnten sei aber auf Niederösterreich nicht übertragbar, weil die Alpenkonvention, die Österreich zum Schutz des Bannwaldes verpflichte, hier nicht flächendeckend greife, meinte Balluch. Dagegen sei deutlich gezeigt worden, dass jagdfrei gestellte Flächen ökologisch sehr begrüßenswert seien.

"Die Jagd ist eine Nutzung der Natur und damit ein egoistisches Hobby im Privatinteresse, kein Naturschutz und damit auch nicht im öffentlichen Interesse", betonte der VGT-Obmann. Daher müsste es den Besitzern freigestellt werden, die Jagd auf ihrem Grund zu verbieten.