Günther Kräuter: "Schließung der TP war unvermeidlich“. Volksanwalt Günther Kräuter legt Prüfergebnis zur Zwangsräumung der Kinder und Jugendlichen von Einrichtungen der „Therapeutischen Gemeinschaften“ im März vor.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 21. August 2018 (19:29)
Carina Rambauske
Volksanwalt Günter Kräuter und Juristin Donja Noormofidi.

„Unhaltbare Zustände“ und „zahlreiche Missstände“, so das Ergebnis von Volksanwalt Günther Kräuter zur Prüfung der Wohngemeinschaften der „Therapeutischer Gemeinschaften“ (kurz TG).

Die Vorgeschichte: Im November 2017  tauchten Berichte über Missstände – Gewalt, mangelnde Qualifikation des Personals, Nichteinhaltung des Konzepts und unzulässige Medikation – in den TG in Ebenfurth (Bezirk Wiener Neustadt Land), Jaidhof (Bezirk Krems) und Sitzendorf (Bezirk Hollabrunn) auf. Anfang Dezember berief der zuständige Landesrat Franz Schnabl (SPÖ) deshalb eine unabhängige Sonderkommission ein, um die Vorwürfen prüfen zu lassen.

"Es musste gehandelt werden"

16 Kinder und Jugendliche wurden schließlich am 7. März aus den TG in andere Einrichtungen gebracht. „Viel zu spät! Die Schließung der Einrichtungen war unvermeidlich, es musste gehandelt werden“, so der Volksanwalt. Die Aufsichtsbehörde des Landes sei über die Missstände informiert gewesen und habe lange Zeit nichts oder wenig unternommen, um diese zu beenden.

Aber auch die Vorgehensweise, wie die Kinder und Jugendlichen umgesiedelt wurden, sei aus Sicht der Volksanwaltschaft problematisch gewesen, da die Minderjährigen nicht entsprechend auf die Übersiedlung vorbereitet wurden. Außerdem wurde die Räumung in Anwesenheit der Polizei abgewickelt, was bei den Jugendlichen Angst auslöste. Der Volksanwalt empfiehlt daher eine therapeutische Aufarbeitung mit allen Minderjährigen.