Verschärfte Covid-Maßnahmen: Die FFP2-Maske ist zurück. Ab Mittwoch gelten bundesweit neue Regeln. Ungeimpfte haben künftig mehr Auflagen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 14. September 2021 (09:25)
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Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) präsentierten in der Vorwoche die neuen Corona-Maßnahmen, die ab Mittwoch gültig sind.
APA/Robert Jäger

Es kam, wie es kommen musste. Seit Mittwoch gelten in Österreich neue verschärfte Corona-Maßnahmen, nachdem die Fallzahlen zuletzt wieder gestiegen sind. Der Stufenplan (siehe Infos unten) mit den Maßnahmen orientiert sich an der Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern. Die erste der drei Stufen gilt ab sofort. Die Maßnahmen (Stufe 2 oder 3) treten jeweils sieben Tage nach dem Überschreiten der Grenzwerte in Kraft, was für heftige Kritik sorgte. Die Bundesländer können darüber hinaus eigenmächtig verschärfen.

Auffallend dabei ist, dass Ungeimpfte künftig mehr Auflagen haben. So müssen sie zum Beispiel bereits in allen Handels-Geschäften verpflichtend eine FFP2-Maske tragen. Dort ist diese für Geimpfte nur empfohlen. Eine generelle FFP2-Maskenpflicht kommt aber auch für alle zurück: Diese gilt in den Geschäften des täglichen Bedarfs (Supermärkte) und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus sind ab sofort die weniger sensiblen Antigentests nur mehr 24 Stunden gültig.

Impfung als Antwort auf die Pandemie

Die Bundesregierung begründete die neuen Maßnahmen damit, dass, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betont, die Antwort auf die Pandemie nicht der Lockdown, sondern das Impfen sein müsse. Die Masse der Menschen, die im Spital behandelt werden müssten, sei ungeimpft. Grünen-Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein ergänzte, dass das Virus sehr wohl zwischen Geimpften und Ungeimpften unterscheiden würde.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner begrüßte die Entscheidung der Regierung. Bereits im NÖN-Sommergespräch hatte Mikl-Leitner betont, dass es „bei der Bewältigung der Corona-Krankheit keinen Tunnelblick allein auf die Ansteckungszahlen geben darf“. Entscheidend sei die Situation bei den schwerst Erkrankten in den Spitälern. Klar sei, so die Landeschefin: „Es darf keinen weiteren Lockdown mehr geben.“ Dem stimmte auch WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker zu. „Einen weiteren Lockdown würde die Wirtschaft nicht verkraften“, so Ecker.

Gesundheitslandesrätin für FFP2-Maskenpflicht

Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig von der SPÖ wünscht sich generell klare und übersichtliche Regelungen, welche die Menschen ohne Probleme nachvollziehen können; „Ich bin für eine generelle FFP2-Maskenpflicht in allen Bereichen, in denen eine Maske vorgeschrieben wird.“ Kritik am Vorgehen der Regierung kam bereits zuvor von der Bundes-SPÖ: Die nun präsentierten Maßnahmen kämen „zu spät, zu zögerlich und sind nicht konsequent genug“.

Die 1G-Regel in der Nachtgastronomie und bei größeren Events würde man „sofort“ brauchen, erklärte SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher. Für Niederösterreichs FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer sei man mit den Maßnahmen einer generellen Impfpflicht einen Schritt näher gekommen. „Das Recht auf Freiheit ist keine Frage des Impfstatus. Die verfassungsmäßig garantierten Grund- und Freiheitsrechte gelten auch für Ungeimpfte“, so Landbauer.

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