Die Helfer auf vier Pfoten. In den letzten Monaten waren sie gleich mehrmals erfolgreich, die Suchhunde des Roten Kreuzes. Dafür müssen sie mehrmals pro Woche trainieren. Ob verirrter Pensionist, verlaufenes Kleinkind oder Abgängiger einer Betreuungseinrichtung:

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 27. Oktober 2014 (05:51)
NOEN, Ruth Frühwirt
Uwe Feldkirchner, Leiter der Rot-Kreuz-Suchhundestaffel St. Aegyd, mit Ares.Ruth Frühwirt

Ob verirrter Pensionist, verlaufenes Kleinkind oder Abgängiger einer Betreuungseinrichtung: Wenn es um vermisste Personen geht, dann rücken die Hundestaffeln aus. Niederösterreich hat verschiedene Organisationen und Vereine, die über Suchhundestaffeln verfügen, eine davon ist das Rote Kreuz.

Trainiert wird zweimal pro Woche

Uwe Feldkirchner, 39 Jahre, Schichtarbeiter in der Metallbranche, ist Leiter der Rot-Kreuz-Suchhundestaffel St. Aegyd. 2010 hat er diese gegründet. „Ich war Rot-Kreuz-Mitglied. Schon von klein auf wollte ich mit Hunden arbeiten und so konnte ich zwei Hobbys mit sinnvollem Engagement verbinden“, begründet er diesen Schritt.

Zwei bis drei Mal die Woche trainiert er mit seinem sechsjährigen Schäferrüden Ares, damit sie als professionelles Team möglichst schnell zur Stelle sind, wenn es möglicherweise um Leben und Tod geht.

Das Einsatzgebiet ist nicht auf einem bestimmten Rayon beschränkt. Es gibt auch – abhängig vom Ausbildungsstand des Hundes – internationale Ausrückungen in Erdbebengebiete. Die Alarmierung erfolgt über 144 Notruf NÖ. „Unsere Hunde werden rein auf Personensuche trainiert“, erläutert Feldkirchner den Unterschied zu anderen Sonderverwendungen, etwa von Polizeidiensthunden. Die Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen „verläuft bestens“, schildert er. Rot-Kreuz-Hundeführer sind rund um die Uhr verfügbar.

Spieltrieb der Tiere als Antrieb

Erst in den vergangenen Monaten gab es mehrere erfolgreiche Einsätze in NÖ. So konnte Feldkirchners Stellvertreter Wolfgang Sagmüller (48) mit seiner Riesen-Schnauzerhündin Cinja einen abgängigen Mann in Hollabrunn aufspüren. „Der Mann war unterkühlt und sehr erleichtert, als er uns gesehen hat“, schildert Sagmüller.

Mini-Australian-Shepherd-Hündin Lynn von der Suchhundestaffel des Roten Kreuzes Purkersdorf-Gablitz konnte mit ihrer Besitzerin Cornelia Rybar vor knapp drei Wochen in Gumpoldskirchen eine ältere Dame aufspüren. Diese war in eine Baugrube gestürzt.

„Wir nutzen in erster Linie den Spieltrieb des Tieres, bei einem Einsatz sucht es eigentlich sein Spielzeug“, schildert Feldkirchner, wie der tierische Begleiter agiert. Das Spielzeug oder der ersehnte Leckerbissen muss daher immer dabei sein.

Einsätze oft unter widrigen Bedingungen 

Auch, wenn die Suche erfolglos war, denn die Motivation des Tieres darf nicht verloren gehen. Pausen werden den Tieren selbstverständlich gegönnt. Denn Einsätze verlaufen oft unter widrigen Bedingungen wie Starkregen, Schnee und oftmals Finsternis. Der Hund bekommt die Belohnung, der Hundeführer keinen Cent für sein ehrenamtliches Engagement. Doch das will auch kein Hundeführer.

Die Freude des Aufgefundenen und seiner Angehörigen ist der schönste Dank. Das weiß auch Rot-Kreuz-Hundestaffel-Landesleiter Jochen Hirschegger, selbst Kommandant der RK-Hundestaffel Neunkirchen. Sein bislang schönster Einsatz: „Mein Hund und ich haben in Purkersdorf ein 13-jähriges Mädchen mit Down-Syndrom aufgefunden, das sich verlaufen hatte.“