Fünf Jahre gegen Kriminalität. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft feiert ihr fünfjähriges Bestehen.

Von Gina Christof. Erstellt am 13. September 2016 (15:21)
HANS PUNZ, HANS PUNZ
Bundesminister für Justiz Wolfgang Brandstetter

„Die Wege, die wir beschritten haben, haben sich als richtig erwiesen“, fasst Justizminister Wolfgang Brandstetter die letzten fünf Jahre seit der Gründung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zusammen. So hat die WKStA 4.800 neue Verfahren begonnen, von denen bereits 4.700 erledigt wurden.

„Besonders die Verfahrensbeschleunigung stand und steht im Vordergrund“, betont Ilse-Maria Vrabl-Sanda, die Leiterin der WKStA. So arbeiten die derzeit 31 Staatsanwälte zumeist im Team zusammen und werden noch zusätzlich von zwölf Experten aus Wirtschaft und IT unterstützt. „Durch unsere IT-Experten konnten wir beispielsweise 40 Gigabyte Daten aus einer Million Mails innerhalb weniger Wochen auswerten – normalerweise hätte dies mehrere Monate gedauert“, erklärt der Leiter der Medienstelle, René Rupprecht.

Nur 31 der 40 Planstellen besetzt

Seit 2013 im Probebetrieb und seit erstem Jänner dieses Jahres nun endgültig im Regelbetrieb ist auch das anonyme Hinweisgebersystem BKMS. „Dieses hat den großen Vorteil, dass für den Hinweisgeber die absolute Anonymität sichergestellt ist und dass die Staatsanwaltschaft gleichzeitig die Möglichkeit hat, Rückfragen zu stellen“, so Rupprecht. In den letzten drei Jahren gingen dabei 4.100 Meldungen ein.

Ein großes Problem gebe es dennoch:  „Die Entwicklung unserer personellen Ausstattung hat durchaus Potenzial nach oben“, meint Vrabl-Sanda. So sind derzeit nur 31 der 40 Planstellen besetzt. Die Schwierigkeit sei, dass die Staatsanwälte über eine spezielle Ausbildung und genügend Berufserfahrung verfügen müssen. „Ich gehe aber davon aus, dass dieses Problem ein zeitliches ist und wir die Stellen in naher Zukunft besetzen können – auch mit Hilfe von Außenstellen in den Bundesländern“, so Vrabl-Sanda.