Ruf nach Verbot von Schiefergasförderung. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat auf die Überlegungen der OMV, im niederösterreichischen Weinviertel nach Schiefergas zu bohren, mit heftiger Kritik reagiert. Die Umweltschützer warnen vor einer enormen Umwelt- und Gesundheitsgefahr und fordern ein gesetzliches Verbot von Schiefergasbohrungen in Österreich.

Erstellt am 23. November 2011 (11:11)
Die Umweltorganisation Global 2000 bezeichnet Schiefergas als "dreckige, fossile Energieressource", die mindestens so klimaschädlich sei wie Erdöl. Damit laufen die Umweltschützer bei der OMV offene Türen ein: Der Öl- und Gaskonzern hatte bereits selbst ausgeschlossen, mit den derzeit verfügbaren umweltschädlichen Fördertechniken in Österreich nach Schiefergas zu bohren.

Um möglicherweise weniger schädliche Förderverfahren zu finden, will die OMV jedoch als Pilotprojekt zwei Bohrungen in Poysdorf durchführen. Greenpeace geht auch das zu weit, die Organisation will die Gewinnung von Schiefergas grundsätzlich verbieten lassen und verweist auf Frankreich, wo die Förderung ebenfalls verboten sei.

Global 2000 gibt sich moderater und bietet an, sich mit der OMV und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) an einem runden Tisch zu treffen. "Solange keine Methode gefunden ist, umweltfreundlich an das Gas heranzukommen, darf es zu keiner Realisierung von Förderungsprojekten kommen", sagt Global-2000-Energieexperte Johannes Wahlmüller.