Sanitätsdirektorin warnt vor absichtlicher Corona-Ansteckung. Auf Partys oder bei Treffen mit Infizierten wollen sich Menschen mit Covid infizieren. Ärztin Irmgard Lechner betont, dass das Risiko einer Erkrankung mit schwerem Verlauf deutlich höher sei als jenes der Impfung - selbst bei schweren Nebenwirkungen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. November 2021 (09:47)
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Wie zuvor schon aus anderen Bundesländern berichtet wurde, werden nun auch aus Niederösterreich Fälle bekannt, bei denen sich Menschen absichtlich durch Treffen oder Partys mit Infizierten mit Corona anstecken wollen. Das Ziel dahinter ist es, eine Genesen-Zertifikat zu erhalten und sich die Impfung zu "ersparen". 

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Irmgard Lechner
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Bei Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner löst das Bestürzung aus. Sie warnt dringend davor, sich absichtlich mit Covid-19 zu infizieren. „Als Ärztin muss ich mir in diesem Fall die Frage stellen, wo und wann die Medizin ihre Glaubwürdigkeit bei diesen Personen verloren hat." Sie erklärt, dass die Grundlage des Handelns als Mediziner die evidenzbasierte Versorgung der Patienten sei. "Das heißt, dass bei einer medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden sollen." Ins Deutsche übersetzt bedeutet evidenzbasiert so viel wie nachweisorientierte Medizin.

Unzählige Studien, milliardenfache Anwendung

Passiert sei das auch bei der Impfung. "Seriöse Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben die Wirksamkeit der bei uns zugelassenen Corona-Impfungen bestätigt. Unzählige Studien und die milliardenfache Anwendung der Impfstoffe haben auch die Verträglichkeit bestätigt. Es ist einwandfrei nachgewiesen, dass das Risiko einer Corona-Infektion mit schwerem Verlauf um ein Vielfaches höher ist als schwere Nebenwirkungen der Impfung. Das sind die Fakten."

Absichtliche Ansteckung ist auch strafbar

Die Landessanitätsdirektorin appelliert daher eindringlich: „Schützen Sie sich und Ihre Liebsten durch die Impfung vor einer Corona-Infektion. Die Infektion kann zu schweren Erkrankungen mit Langzeitfolgen und unter Umständen auch zum Tod führen. Wenn Sie selbst infiziert sind, bleiben Sie in Quarantäne und stecken Sie nicht absichtlich andere an. Abgesehen von dem menschlichen Leid, das sie dabei auslösen können, kann das auch strafrechtliche Konsequenzen haben.“

Bei Fragen, Ängsten und Sorgen rät Lechner sich an den Arzt oder die Ärztin des Vertrauens zu wenden. "Bringen Sie sich nicht selbst oder andere mutwillig in Gefahr!“