Junge verschulden sich immer mehr. Laut Statistik 2019 steigen die Schulden bei Jungen und auch bei Pensionisten.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:55)
Die Landesrätinnen Ulrike Königsberger-Ludwig und Christiane Teschl-Hofmeister mit Geschäftsführer Michael Lackenberger.NLK Filzwieser
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26.800 Euro – so hoch sind die durchschnittlichen Schulden jener Menschen in der Altersgruppe bis 25, die von der Schuldnerberatung NÖ betreut werden. Wobei es nicht unbedingt mehr junge Schuldner gibt, wie Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister anmerkt, aber die Höhe der Schulden steigt.

Die Gründe, warum Menschen in finanzielle Schieflage geraten: Bei den Jungen bis 25 ist es primär das Konsumverhalten, bei den Erwachsenen ist es Arbeitslosigkeit, gefolgt von gescheiterter Selbstständigkeit und Scheidung bzw. Trennung.

Bedenklich ist auch der Anstieg bei den Älteren: Zehn Prozent der Schuldnerberatungs-Klientel sind Pensionisten, 28 Prozent haben einen Vollzeitjob, der große Restanteil besteht aus Notstandshilfe-Beziehern und arbeitslosen Personen.

2.804 Erstkontakte gab es 2019 bei der Schuldnerberatung NÖ, 4.393 Menschen wurden dabei Face-to-Face betreut. Die Bandbreite der Schulden liegt zwischen 1.100 und 7,8 Millionen Euro, berichtet Michael Lackenberger, Geschäftsführer der Schuldnerberatung NÖ. Der jüngste Klient im Vorjahr war 18 Jahre alt, die ältesten 87 Jahre.

Lackenberger kritisiert Konsum- und Online-Kredite, bei denen jede Beratung fehle. Hilfreich hingegen sei das betreute Konto, das es seit 2016 gibt: Die Fixkosten von Schuldnern werden hiervon beglichen, um eine weitere Verschuldung durch Verzugszinsen hintanzuhalten.