Schwiegervater in spe den Kiefer gebrochen. Wütend schlägt Waldviertler (29) zu, als ihm der Schwiegervater in spe die Leviten liest: Nun muss er hinter Gitter.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Juni 2014 (10:22)
NOEN, dpa/Maurizio Gambarini
„Ich habe ein bisserl zu viel getrunken“, erklärte der Angeklagte seinen Ausraster vor Gericht.dpa

Nach einem erfolgreich verlaufenen Vorstellungsgespräch in Krems machte sich ein 29-Jähriger aus dem Bezirk Waidhofen per Bahn auf den Heimweg. In Horn stieg der 29-Jährige aus und genehmigte sich zur Feier der Jobzusage einige Gläschen, nachdem er telefonisch seine Lebensgefährtin gebeten hatte, ihn abzuholen.

Es kam aber nicht die Liebste, sondern deren Vater (51), und der las dem angeheiterten Schwiegersohn in spe auf der Heimfahrt die Leviten, sprach von Verantwortung und den Pflichten eines Familienvaters. Es kam zu einem Streit, und der verbale Schlagabtausch eskalierte: Wutentbrannt versetzte der alkoholisierte 29-Jährige dem Schwiegervater in spe einen Faustschlag ins Gesicht. Der 51-Jährige erlitt einen Kieferbruch.

"Wir wollten keine Eskalation"

Nach der Attacke tauchte die Polizei bei dem 29-Jährigen auf. Erst noch ruhig, rastete der Waldviertler erneut aus, als einer der Beamten sein Notizbuch zückte. Drohungen äußernd, warf er die Polizisten aus der Wohnung. „Wir kennen ihn schon. Alkoholisiert ist er aggressiv und kann tätlich werden. Er wollte uns raushaben und bedrängte mit erhobener Hand den Kollegen. Mir schlug er die Tür auf den Fuß. Wir wollten keine Eskalation und traten den Rückzug an“, schilderte ein Beamter im Zeugenstand.

„Ich habe ein bisserl zu viel getrunken“, beteuerte der 29-Jährige vor Gericht. „Sie haben sechs Vorstrafen, davon fünf einschlägige wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung. Und immer passierte es unter Alkoholeinfluss. Finger weg vom Alkohol, machen Sie eine Therapie, sonst läuft Ihr Leben Gefahr, auf die schiefe Bahn zu laufen“, meinte Richterin Elisabeth Lechner und verhängte über den geständigen Waldviertler wegen Körperverletzung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und gefährlicher Drohung eine neunmonatige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.