Securitys bedienten sich im Traisenpark. GERICHT / Sicherheits-Mitarbeiter des großen St. Pöltner Einkaufszentrums verdienten sich während des Nachtdienstes ein Zubrot.

Erstellt am 31. Juli 2011 (19:11)
NOEN
VON CLAUDIA STÖCKLÖCKER
Für die Sicherheit im Einkaufszentrum Traisenpark sollten zwei Männer, 23 und 24 Jahre alt, sorgen – und übten sich dort selbst gleich neun Monate lang als Einbrecher.
Während des Nachtdiensts entwendete das Duo Schlüssel für Kaffeeautomaten und Kinderreitgeräte und leerte deren Kassen. Die Monitorüberwachung tricksten sie dabei aus, schoben kurzerhand die Geräte aus dem Überwachungsbereich. Auch im Lager der Schokothek langten sie zu, Süßes fischten sie dort durchs Gitter. 7564 Euro beträgt der Schaden, in Raten wollen sie den nun abstottern.
Im Prozess am Landesgericht St. Pölten sitzen die beiden vor Richter Helmut Weichhart und gestehen. „Wie sind Sie auf die Idee gekommen, als Security-Mitarbeiter genau das zu machen, was Sie verhindern hätten sollen?“, will der Richter wissen. Ebbe in der Kasse wäre damals gewesen, erklärt ein Angeklagter, „unüberlegt“ habe man gehandelt. „Unüberlegt?“, fragt der Richter. „Vielleicht beim ersten Mal, aber nicht beim 50. Mal!“

Staatsanwalt: „Sehr,sehr verwerflich!“
Die Taten hält Ankläger Karl Wurzer für „sehr, sehr verwerflich“, ein Vertrauensverhältnis hätten die Angeklagten schamlos ausgenutzt.
Die Jobs bei der Securityfirma ist das Duo mittlerweile los, nun präsentiert Justizia die Rechnung. Wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls setzt es je 15 Monate bedingt, Bewährungshilfe wird angeordnet, die kriminelle Bereicherung abgeschöpft. Nicht rechtskräftig.