Serbische Schlepperbande ausgeforscht. Ermittlungen des Landeskriminalamts Niederösterreich (LKA) haben zur Ausforschung einer von Serbien aus operierenden Schlepperorganisation geführt, die einige hundert Flüchtlinge nach Österreich gebracht haben dürfte.

Erstellt am 25. November 2011 (12:13)
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Der "Kopf" der Bande, ein 19-jähriger tunesischer Staatsbürger, wurde Mitte Oktober in Subotica (Serbien) festgenommen. Mittlerweile sind 17 weitere Mitglieder in Haft, berichtete die Sicherheitsdirektion.

Der Tunesier soll die Schleppungen von Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern (u.a. Nordafrika, Afghanistan und Indien) von Griechenland über Mazedonien nach Serbien organisiert haben. Sie wurden in Subotica in verschiedenen Wohnungen untergebracht und anschließend zu Fuß über die grüne Grenze nach Ungarn geschleust, von wo der Weitertransport ins Zielland Österreich erfolgte. Die Mittäter, die sich um den Transport nach Serbien kümmerten, stammten laut Sicherheitsdirektion allesamt aus dem nordafrikanischem Raum, für die Unterbringung in Subotica und den weiteren Weg sorgten serbische und ungarische Komplizen.

Für die Schleppungen von Griechenland nach Serbien wurde ein Betrag von 800 Euro verlangt. Die "Reise" von Subotica nach Österreich kostetet dann 1.200 Euro.

Der 19-Jährige soll täglich zwei bis drei Transporte von Subotica nach Österreich, was einer Anzahl von sieben bis neun Personen pro Tag entspricht - und das über einen längeren Zeitraum, also Monate hindurch.

Das Bundeskriminalamt, Ermittlungsgruppe Schlepperei, trifft sich in regelmäßigen Abständen mit den Kollegen der serbischen Polizeieinheit zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Dabei wurden die erlangten Informationen übergeben, wodurch der Beschuldigte in Subotica identifiziert und festgenommen werden konnte. Weitere Festnahmen folgten, auch diverse Waffen wurden sichergestellt. In drei Wohnungen in Subotica wurden mehr als 50 illegal aufhältige Personen angehalten, die größtenteils nach Österreich hätten geschleppt werden sollen. Das LKA zeigte den Sachverhalt der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (Burgenland) an.