In Niederösterreich erfolgt der Impf-Auftakt. Am 27. Dezember werden die ersten Pflegeheim-Bewohner gegen Corona geimpft. Land erwartet 4.500 Dosen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 23. Dezember 2020 (05:36)
Die Bewohner der Pflege- und Betreuungszentren in NÖ sind die Ersten: Sie werden ab 27. Dezember gegen Covid-19 geimpft.
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Fast zehn Monate nach den ersten Covid-Fällen in Österreich erfreut diese Meldung kurz vor Weihnachten viele: Die Europäische Kommission gab grünes Licht für den Impfstoff von BioNTech und Pfizer. Dem Impfstart steht also nichts mehr im Weg. Erfolgen wird der Auftakt der Impfung, die Österreich aus der Krise helfen soll, neben Wien, in Niederösterreich. Los geht es analog mit anderen EU-Staaten am 27. Dezember.

Die ersten Impfdosen gehen, wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ankündigte, an die Pflege- und Betreuungszentren der Landesgesundheitsagentur (LGA) sowie private Einrichtungen. Ein genauer Impfplan für die einzelnen Standorte werde, laut LGA-Sprecher Bernhard Jany, gerade ausgearbeitet.

4.500 Dosen werden erwartet

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Für alle Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen wird der Impfstoff aber in diesem ersten Schritt ohnehin nicht ausreichen. Erwartet werden in NÖ in der ersten Lieferung 4.500 Dosen. Und selbst die könnten, wie es am Montag aus dem Büro der Gesundheitslandesrätin heißt, noch mit anderen Bundesländern geteilt werden müssen. Dem gegenüber stehen fast 6.000 Bewohnerinnen und Bewohner alleine in den Einrichtungen der LGA, hinzu kommen die Heime privater Träger.

Eine Impfpflicht wird von den Vertretern der Landespolitik quer durch alle Parteien abgelehnt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont, dass sie überzeugt sei, dass die Impfbereitschaft, die Studien zufolge momentan gering ist, mit der Zeit laufend steigen werde. „Ich persönlich werde mich auf jeden Fall impfen lassen“, kündigt die ÖVP-Politikerin an.

Eine größere Impfstoff-Lieferung wird in Österreich dann Mitte Jänner erwartet.

StephanPernkopf: „NÖ wird nach Stufenplan vorgehen.“
NLK/Filzwieser

Die Rede ist von rund 240.000 Impfdosen, die auf die Bundesländer aufgeteilt werden sollen. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) betont, dass man in NÖ nach einem klaren und koordinierten Stufenplan vorgehen wolle. Nach den Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Hochrisikopatientinnen und -patienten sollen ältere Menschen an die Reihe kommen. Eine breite Verimpfung in der allgemeinen Bevölkerung ist nach Plan des Gesundheitsministeriums im zweiten Quartal 2021 vorgesehen.

Gestartet wurde am Montag vom Gesundheitsministerium und der AGES eine Impf-Hotline. Antworten zu Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfung gibt es unter 0800-555-621.