Sturm: Feuerwehren beseitigten Schäden. Niederösterreichs Feuerwehren sind am Wochenende mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt.

Erstellt am 16. März 2014 (11:28)
NOEN, www.ff-wr-neudorf.at
Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern ist am Wochenende ein Sturm über Niederösterreichhinweggefegt, der enorme Schäden verursacht und einen Großeinsatz der Feuerwehr erfordert hat, der am Sonntag bis in die Nachstunden dauern dürfte. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos waren seit Samstag fast 1.000 Mitglieder von 160 Feuerwehren ausgerückt, um Sturmschäden zu beseitigen.

Bäume und Baugerüste Auslöser vieler Einsätze

Die Palette der Einsätze war vielfältig. Hauptsächlich galt es, umgestürzte Bäume von Straßen sowie von Strom- und Telefonleitungen zu beseitigen. Mehrere Baumriesen krachten auch auf Einfamilienhäuser, Industriegebäude sowie Gewerbebetriebe und führten an Dächern und Rauchfängen zu schweren Schäden. Nicht weniger oft mussten die Einsatzkräfte zu umgestürzten Baugerüsten und Plakatwänden ausrücken.

Als akute Bedrohung für Fußgänger entpuppten sich zudem aus der Verankerung gerissene Satellitenspiegel: so manche drohten in die Tiefe zu stürzen und mussten von der Feuerwehr abmontiert werden. Weiters wurden mithilfe von Drehleitern und Teleskopmastbühnen dutzende lose Dachziegel gesichert.



Einsätze vor allem im südöstlichen Niederösterreich

Hotspots waren die Bezirke Mödling, Baden, Neunkirchen und Wiener Neustadt. Die Notruftelefone liefen heiß, in die betroffenen Alarmzentralen mussten zusätzliche Disponenten einberufen werden. Bis Sonntag um 16.30 Uhr wurden 550 Einsätze bewältigt. Es war für die NÖ Feuerwehren eines der einsatzstärksten Wochenenden der vergangenen Jahre, berichtete Sprecher Franz Resperger.

Einen spektakulären Einsatz hatten die Feuerwehr-Höhenretter aus dem Bezirk Mödling zu bewältigen: Bei einem Betrieb im Industriezentrum in Wiener Neudorf drohten Teile des Fabriksdaches in die Tiefe zu stürzen, was die Spezialisten jedoch verhinderten. Gefahr drohte auch am Dach eines Einkaufszentrums in Vösendorf, wo der Sturm bereits Teile der mächtigen Entlüftungsrohre aus der Verankerung gerissen hatte. Der Feuerwehr gelang es, die beschädigte Anlage abzusichern.



In Edlitz (Bezirk Neunkirchen) wurde durch die starken Böen das Dach einer Gartenhütte abgetragen. Von den Männern der FF Edlitz wurde das Holzdach wieder auf die Gartenhütte gehoben und mittels Spangurten befestigt. In Neunkirchen wurde in der Alleegasse ein 20 Meter langes Baugitter umgeworfen. Dabei touchierte das Baugitter einen abgestellten Pkw. Weiters wurde in Neunkirchen auf der Triesterstrasse eine Plakatwand umgeworfen, und ist auf einem abgestellten Kleinbus zu liegen gekommen.

Auch die Landeshauptstadt blieb nicht verschont

Bei zahlreichen Einsätzen in St. Pölten galt es umgestürzte Plakatwände, abgerissene Äste, abgedeckte Dächer und lose Baugerüstteile zu bewältigen. In der Josefstraße wurden Teile der Dachverkleidung abgerissen, durch den Einsatz einer Drehleiter wurden lose Teile entfernt und gesichert. Aus Sicherheitsgründen wurde für die Dauer der Arbeiten die Josefstraße im betroffenen Bereich zur Gänze gesperrt.



Von einem Gerüst in der Handel-Mazzetti-Straße wurden Teile gelöst, unter Sicherheitsvorkehrung der Einsatzkräfte wurden diese vom Gerüst entfernt. Auch auf der Baustelle des neuen Freibades St. Pölten wurde ein Gerüst zur Gänze umgerissen, da sich dieses aber auf einem abgesperrten und abgesicherten Gelände befand, war ein Feuerwehreinsatz nicht notwendig.

Junger Feuerwehrmann im Bezirken Baden verletzt

Aufregung gab es in Kaltenleutgeben im Bezirk Baden um einen jungen Feuerwehrmann, der von einer Leiter aus vier Meter Höhe in die Tiefe fiel und sich an Schulter und Ellbogen verletzte. Er wurde nach notärztlicher Erstversorgung ins Krankenhaus Baden eingeliefert.

In Deutsch Haslau (Bezirk Bruck an der Leitha) brach gegen 16.30 Uhr ein Teil eines Reitstalles ein und begrub drei Pferde unter sich. Die unter einer mächtigen Holzwand liegenden Tiere wurden befreit, indem Feuerwehrleute die Wand mit Motorsägen zerteilten. Die Pferde überlebten das Unglück.