Tierquälerei vereitelt - Wasserschildkröten gerettet

Ein Unbekannter wollte die Panzertiere in einen Fluss werfen - die Reptilien sind nun im Wiener Tierschutzverein in Vösendorf untergebracht.

Erstellt am 09. Dezember 2019 | 12:43
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Foto: Wiener Tierschutzverein/WTV

Ein vermeintlicher Tierquäler dürfte vor kurzem auf frischer Tat ertappt worden sein: Zwei Damen waren in Deutsch Brodersdorf (Gemeinde Seibersdorf, Bezirk Baden, Niederösterreich) nahe der Leitha mit dem Hund spazieren, als der Vierbeiner plötzlich auf etwas aufmerksam wurde und zu bellen begann. 

Es handelte sich um einen Mann, der gerade dabei gewesen sein dürfte, etwas in den Fluss zu werfen. Aufgeschreckt durch das Trio ließ er von dem Vorhaben ab und flüchtete. 

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Wiener Tierschutzverein/WTV

Die Damen näherten sich daraufhin der Stelle und entdeckten ein kleines Plastikgefäß, in welches zwei Wasserschildkröten gepfercht waren. Vermutlich wollte der Mann die Tiere in den Fluss werfen. Ob die Panzertiere die Minusgrade von heimischen Gewässern zu dieser Jahreszeit überlebt hätten, darf zumindest bezweifelt werden.

Die Damen nahmen sich der Tiere an und besorgten auf dem schnellsten Wege ein größeres Gefäß für die beiden noch relativ jungen Reptilien. Danach brachten sie die Tiere in den Wiener Tierschutzverein (WTV) nach Vösendorf. 

Haltungsaufwand wird oftmals unterschätzt

Dort wurden die Schildkröten tierärztlich untersucht. Sie haben die Strapazen zum Glück wohlbehalten überstanden und sind nun im Kleintierhaus des WTV untergebracht, wo sie fachkundig betreut werden und auf liebevolle Menschen warten.

Es handelt sich um Gelbbauch-Schmuckschildkröten (auch Gelbwangen-Schmuckschildkröten genannt), eine sehr bekannte Schildkrötenart, die gemeinhin als „klassische Wasserschildkröte“ bezeichnet wird. 

Die Tiere stammen ursprünglich aus den USA, sind in freier Wildbahn etwa in Virginia oder Florida in ruhigen Gewässern anzutreffen. Leider werden die Reptilien aus großen Zuchtfarmen nach Europa importiert und gelangen durch Zoohandlungen so auch in private Hände, die, wie das aktuelle Beispiel zeigt, nicht immer kundig um Umgang mit diesen Tieren sind bzw. deren Haltung völlig unterschätzen. 

Denn wenn man sich schon unbedingt Exoten ins Haus holen muss, sollte es den Tieren zumindest so artgerecht wie nur möglich gemacht werden.

Der WTV appelliert daher an potenzielle Interessenten, sich diesen Schritt, wie bei jedem anderen Haustier auch, sehr sorgsam zu überlegen. Tiere bei Nichtgefallen und dergleichen einfach ihrem Schicksal zu überlassen und sie auszusetzen, stellt nicht nur eine strafbare Handlung dar, sondern verursacht auch massives Tierleid und ist eine menschlich höchst verwerfliche Tat.