Totalsperre der Wiener Außenringautobahn. Starker Schneefall hat Österreich am Mittwoch in ein schweres Verkehrschaos gestürzt. In Niederösterreich musste die Wiener Außenringautobahn (A21) auf der gesamten Länge gesperrt werden.

Erstellt am 01. Dezember 2010 (15:21)
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In Oberösterreich ist ein Pensionist nach einem Sturz erfroren. Aber nicht nur in Österreich, auch viele andere europäische Länder kämpften gegen Schnee und Kälte.

Besonders zugespitzt hat sich die Wettersituation im Wienerwald: Laut ÖAMTC musste die Wiener Außenringautobahn auf der gesamten Länge - also zwischen dem Knoten Steinhäusl (zur A1) und Vösendorf (A2) - gesperrt werden. Grund waren hängengebliebene Lkw vor allem im Raum Gießhübl (Bezirk Mödling). Wie lang die Sperre dauern sollte, war zunächst nicht bekannt. Empfohlen wurde, großräumig auszuweichen - vor allem vom Westen kommende Schwerfahrzeuge sollten bei St. Pölten über die S33 und die neue Donaubrücke über S5 und A22 nach Wien fahren statt über die A1 und Wiener Westeinfahrt.

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Schneefahrbahnen fanden Autofahrer praktisch in ganz Niederösterreich vor. Probleme und eine vorübergehende Sperre gab es laut ÖAMTC auch auf der Ostautobahn (A4) zwischen Fischamend und Bruck an der Leitha, wo sich auf der rutschigen Fahrbahn Fahrzeuge quer stellten bzw. es zu Unfällen kam. Im Waldviertel - nördlich von Spitz an der Donau - wurden wegen Schneeverwehungen drei Straßen gesperrt. Kettenpflicht für Lkw galt für einige höher gelegene Straßen.

In Oberösterreich hat es nach dem Wintereinbruch ein erstes Todesopfer gegeben: Ein 69-jähriger Pensionist aus dem Mühlviertel ist in der Nacht auf Mittwoch im Bezirk Freistadt erfroren. Der Mann war am Heimweg von einem Begräbnis gegen 23.00 Uhr unmittelbar vor seinem Wohnhaus auf einer schneeglatten Brücke gestürzt. Er dürfte mit dem Hinterkopf auf der Straße aufgeschlagen sein und das Bewusstsein verloren haben. Im Straßenverkehr sorgte der Schnee ebenfalls für Chaos. Etliche Straßen wie die Ausfahrt Aistersheim auf der Innkreis-Autobahn (A8) mussten gesperrt werden.

Probleme gab es auch in der Steiermark: Auf den Autobahnen A2 und A9 bremste die Schneeglätte kilometerweit die Lenker, die Räumdienste hatten alle Hände voll zu tun. Auf etlichen höher gelegenen Bergstraßen mussten alle Fahrzeuge Ketten anlegen. Auch im Burgenland waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. "Die Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, rutschen aus und die, die mit ihrem Auto unterwegs sind, die rutschen damit in den Straßengraben", sagte eine Sprecherin der Landessicherheitszentrale Burgenland zur APA. In Wien mussten etliche öffentliche Verkehrsmittel aufgrund von Schneefahrbahnen umgeleitet werden.

Ruhiger ging es in den Bundesländern Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg zu: Es gab zwar Schnee auf den Straßen, doch verursachte die weiße Pracht kein Chaos.

Auch international gab es massive Probleme wegen des Wintereinbruchs: Heftiger Schneefall legte den Genfer Airport am Dienstagabend komplett lahm. Die Räumkolonnen bekamen die Pisten nicht mehr frei. Alle Flüge wurden gestrichen, berichtete die dpa. Etwa 200 gestrandete Flugpassagiere kamen in Zivilschutzräumen unter, weitere 100 übernachteten im Flughafen.

Die Flughäfen London Gatwick und Edinburgh sagten am Mittwoch zeitweise jegliche Starts und Landungen ab. Während Schnee und Eis mehrere Flughäfen in Europa zeitweise lahmgelegt haben, ist der Betrieb am Airport in Wien-Schwechat ohne schneebedingte Flugausfälle routinemäßig verlaufen. "Der Winterdienst ist im Einsatz, wir haben die Situation gut im Griff", sagte Flughafensprecher Peter Kleemann zur APA.

In Schottland meldeten Wetterstationen bis zu minus 20 Grad. In Frankreich standen mehr als 10.000 Lastwagen wegen Schneefalls still. In vielen Orten fielen auch Schulbusse aus. Besonders betroffen war Lyon, wo am Vormittag 20 Zentimeter Neuschnee lagen und kein einziger Bus fuhr, berichtete die dpa.

In Polen erfroren allein am Dienstag acht Männer. Sie waren zwischen 33 und 72 Jahren alt und seien alle betrunken gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Warschau. In der Nacht auf Mittwoch war es im Osten des Landes bis zu minus 26 Grad kalt.