Treibstoff-Betrugsfall - Rädler fühlt sich kriminalisiert. In dem Betrugsfall um die Unterschlagung von insgesamt rund 1,6 Millionen Liter Treibstoff, der Ermittler im Bezirk Oberwart beschäftigt, hat sich am Mittwoch Abg. Hans Rädler (V) zu Wort gemeldet.

Erstellt am 10. Oktober 2012 (12:34)
Auch Ortsstellenleiter Hans Rädler war am Samstag am Hauptplatz.
NOEN
Er wird laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) mit dem Fall in Verbindung gebracht. Der Mandatar soll demnach "auf der Kundenliste" der mutmaßlichen Täter gestanden sein. Er reagierte in einer Aussendung mit der Feststellung, "dass hier der Versuch unternommen wird, mich zu kriminalisieren".

Es handle sich um "haltlose Anschuldigungen", so Rädler. Ihm sei die genannte Firma "nicht einmal bekannt, also habe ich auch keine Einkäufe getätigt. Über meinen Anwalt habe ich mich mit den Ermittlungsbehörden in Verbindung gesetzt und entsprechende Klarstellungen durch die Vorlage von Rechnungsbelegen der letzten Jahre vorgenommen", hielt der Abgeordnete und Bürgermeister von Bad Erlach (Bezirk Wiener Neustadt) fest. Die Anschuldigungen und Verdächtigungen von Unbekannten seien "nicht nur unbegründet, sie sind rufschädigend".

BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland verlangte indes "sofortige Aufklärung". Sollte Rädler wirklich ein Kunde der "Sprit Bande" gewesen sein, habe VP-Chef Spindelegger bei einem unter Hehlereiverdacht stehenden Abgeordneten "sofortigen Handlungsbedarf".

Fünf Tankwagenfahrer im Alter von 29 bis 59 Jahren sollen seit 2005 bei der Auslieferung insgesamt rund 1,6 Millionen Liter Heizöl sowie Diesel, Motor- und Getriebeöl abgezweigt haben. Das Heizöl wurde den Ermittlungen zufolge günstig an Hehler abgegeben und von diesen weiterverkauft. Den durch die Machenschaften entstandenen Schaden bezifferte die Landespolizeidirektion Burgenland am vergangenen Freitag mit derzeit rund 1,2 Millionen Euro. Zahlreiche Firmen und über Tausend private Heizölbezieher seien betrogen worden.