Überblick für Polizei. Polizeipilotin / Ob Waldbrände, Hochwasser, Kriminalitätsbekämpfung etc.: Regine Pichler ist einzige weibliche Polizeipilotin in NÖ.

Erstellt am 23. August 2013 (06:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Polizeihubschrauberpilotin Regine Pichler war beim jüngsten Hochwasser an der Donau im Einsatz. Dafür wurde sie von Innenministerium und Landesfeuerwehrverband geehrt. Wohlmann
NOEN, Wohlmann
Von Gila Wohlmann & Eva Hinterer

Wien-Meidling, Stützpunkt der Flugpolizei des Bundesministeriums für Inneres: In der Garage neben ihren Kollegen steht Regine Pichler, 34 Jahre, ledig, Beruf Hubschrauberpilotin. Eine von nur zwei weiblichen Flugpilotinnen der Polizei in ganz Österreich, die Einzige in NÖ.  

Eigentlich hat die gebürtige Grunddorferin (Bezirk Krems) die HAK gemacht und dann im elterlichen Betrieb, einem Brautmodengeschäft, in der Buchhaltung gearbeitet. Durch ihr Faible für Modellflugzeuge als Kind kam ihr als Erwachsene die Idee, selbst Hubschrauber fliegen zu wollen.

„Stundenlang Konzentration und Auffassungsgabe gefragt“

Aus dem Schnuppern in einer Flugschule in Stockerau wurde ein Hobby, welches sie schließlich mit dem Berufspilotenschein besiegelte. Jobs für Hubschrauberpilotinnen gibt es jedoch nicht viele. Daher wählte sie die Polizeischule als neuen Berufsweg.

Nach drei Jahren Polizeidienst machte sie die Aufnahmeprüfung für die Polizeiflugpilotin. Ein Examen voller Herausforderung. „Hier sind stundenlang Konzentration und Auffassungsgabe, aber auch technisches Wissen, Navigations- und meteorologische Kenntnisse gefragt“, erinnert sie sich. Fünf weitere Kandidaten traten mit an, zwei bestanden. Pichler war dabei.

Aktuelles Einsatzgebiet: Die vielen Waldbrände

Hubschrauberpiloten sind im Polizeidienst wichtig. Besonders aktuell: Waldbrandbekämpfung aus der Luft. Oder Alpineinsätze. Auch bei der Kriminalitätsbekämpfung ist der Hubschrauber von Nöten. „Erst unlängst konnte ich mit der Wärmebildkamera einen Einbrecher, der auf frischer Tat ertappt worden war und zu fliehen versuchte, orten“, so Pichler.

Über Funk gab sie die Koordinaten seines Standortes durch, sodass die Bodenkräfte den Zugriff machen konnten. Pichler kommt auch bei Fußballmatches oder Demonstrationen  zum Einsatz, um hier Standortverlagerungen von Rowdys durchzugeben.

„Von der Luft aus hat man einfach einen besseren Überblick“, weiß sie. Die Sicherheit des mitfliegenden Polizisten und die eigene Sicherheit dürfen bei Einsätzen nie außer Acht gelassen werden. Werner Senn, Leiter der Flugpolizei: „Kollegin Pichler hat sich vorbildhaft in die Männerdomäne eingearbeitet, sie ist teamorientiert, sehr kompetent und eine sehr gute Fliegerin.“