Gericht hebt Bescheid zur Fischotter-Tötung in NÖ auf. Bereits zum zweiten Mal gewinnt die Naturschutzorganisation WWF Österreich vor Gericht gegen das Land Niederösterreich. Damit bleiben 40 Fischotter verschont.

Von Linda Goldsteiner. Erstellt am 12. Juli 2019 (13:55)
APA (dpa/Archiv)
Symbolbild

Das Landesverwaltungsgericht Niederösterreich hat den Bescheid, der die Tötung von 40 Fischottern im Bundesland erlaubt hatte, aufgehoben. Es ist bereits die zweite Beschwerde der Naturschutzorganisation WWF Österreich gegen den Bescheid der Fischotter-Tötung im Land, den das Gericht zu Gunsten von WWF aufhebt. Grund waren „zahlreiche rechtliche und inhaltliche Mängel“. 

Der erste Bescheid, der die Entnahme von 40 Fischottern in Niederösterreich erlaubte, war am 25. Juni 2018 aufgehoben worden. Das Landesverwaltungsgericht folgte damals Beschwerden von WWF und Ökobüro.

„Das Urteil bestätigt unsere Forderungen nach einem rechtskonformen Fischotter-Management“, erklärt WWF-Expertin Christina Wolf-Petre. Es brauche jetzt zeitgemäße und nachhaltige Lösungen, die einerseits die betroffenen Teichwirte und Fischereiverbände unterstützen und andererseits den Artenschutz sichern, heißt es von Wolf-Petre.

WWF: "Ökologischen Zustand der Flüsse verbessern"

So sollen "alle negativen Faktoren gezielt bekämpft werden anstatt nur den Fischotter zum Sündenbock abzustempeln. Heimische Fische brauchen einfach wieder bessere Lebensräume“, sagt Wolf-Petre.

Denn der Rückgang der Fische liege laut WWF hauptsächlich an zu geringen Restwasserbeständen, der Ausbreitung von Krankheiten und langfristigen Verbauungen sowie Stauraumspülungen.

WWF fordert von der Landesregierung nun, ein rechtskonformes Fischotter-Monitoring zu etablieren, finanzielle Mittel für Prävention und Kompensation bereitzustellen und den ökologischen Zustand der Flüsse auf allen Ebenen weiter stark zu verbessern. 

Bisher hinke man laut WWF in  Niederösterreich den europäischen Vorgaben und internationalen Standards hinterher.

Land NÖ: "Es braucht ein ausgewogenes Management"

Das Land Niederösterreich beruft sich in dieser Causa auf aktuelle Erhebungen, die zeigen, dass Fischotterbestände im Land in den vergangenen Jahren weiter gestiegen sind. "Das gefährdet mittlerweile andere Arten wie Bachforelle, Koppe und Flussperlmuschel", heißt es vom Land NÖ.

Zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts brauche es demnach auch weiterhin ein ausgewogenes Management. Wie dieses aussieht, würden Experten erarbeiten. "Parallel dazu wurden auch Präventionsmaßnahmen, wie Zäune und Schadenersatz-Mittel, vervierfacht", so das Land NÖ.