Gelddiebstähle aus Opferstöcken in Niederösterreich. Am Landesgericht Krems ist am Mittwoch einem Tschechen wegen zahlreicher Opferstockdiebstähle der Prozess gemacht worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2018 (12:24)
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Landesgericht Krems

Nachdem das Urteil vom März aufgehoben worden war, stand in der Neuauflage die Frage der Gewerbsmäßigkeit im Mittelpunkt - und "außer Zweifel", begründete die Richterin das nicht rechtskräftige Urteil im Ausmaß von drei Jahren und vier Monaten.

Der Beschuldigte habe in mehr als 20 Fällen neben anderen Gegenständen in Summe rund 2.250 Euro gestohlen und sich so über Wochen laufend Einnahmen verschafft. Mildernd waren das Geständnis und dass es teilweise bei Diebstahlsversuchen blieb. Die Vorhaft seit November 2017 wurde angerechnet. Der mehrfach vorbestrafte 26-Jährige, den in einer weiteren Causa ein Prozess erwartet, meldete Rechtsmittel an. Er hatte betont, er habe sich nicht bereichern wollen, sondern sprach von Beschaffungskriminalität, um sich Drogen zu finanzieren.

Die beiden Mitangeklagten waren nicht erschienen, weshalb ihre Verfahren ausgeschieden wurden. Sie hatten im März teilbedingte Strafen erhalten.

Laut Anklage hatte das Trio in verschiedener Konstellation im vergangenen Herbst Opferstöcke, aber auch Tabernakel und Holzkassen von Kirchen im Wald- und Weinviertel sowie auch im niederösterreichischen Zentralraum aufgebrochen und geplündert. Aus einer Sakristei wurden ein Mobiltelefon und ein Satz Schraubenzieher gestohlen. Geknackt wurden weiters diverse Automaten, etwa an Tankstellen und bei Unternehmen. Auch Kennzeichendiebstähle, unter anderem von einem Wagen der niederösterreichischen Landesregierung, waren in der Anklageschrift aufgeführt.

Er habe es mit einem normalen Leben probiert, sei aber mit einem Fabrikjob nicht über die Runden gekommen, hatte der Mann laut "NÖN" (Niederösterreichische Nachrichten) in der ersten Verhandlung im März angegeben. Damals hatte er dreieinhalb Jahre ausgefasst. "Einreiseverbot und ein Jahr Gefängnis offen, und trotzdem kommen Sie wieder und gehen dann sogar mit der Verlobten auf Einbruchstour", hatte ihm der Richter vorgehalten.